[RPG] C.O.P.S. - Cases of Paranormal Suspect

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Draugluin
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[RPG] C.O.P.S. - Cases of Paranormal Suspect

Beitrag von Draugluin » 22. Januar 2015, 22:14

Freitag, 31. Oktober, 9.45 a.m.


fs.jpg

Frank Spinelli hatte die beiden Neuzugänge auf 10.00 Uhr bestellt. Schon eine ganze Weile früher hatte er sich in den Konferenzraum gesetzt und auf den Staatsanwalt Grayson, Dr. Morgan und Marc Lawrence gewartet, während er durch die Personalmappen blätterte und hier und da etwas noch einmal las. Es gab nicht allzuviele Leute, denen ihre Vorgesetzten genügend Rückgrat zutrauten, um sich mit solch mysteriösen Dingen auseinanderzusetzen, was hier in Chicago vor einem knappen Jahr geschehen war.
Dem älteren traute er das durchaus zu, andererseits hatte der Jüngere ganz offenbar auch schon mal ein übersinnliches Erlebnis.

Frank überkam bei den Gedanken an das, was Marc und Dr. Morgan damals berichteten, noch heute eine Gänsehaut. Er hatte die Akten des Falles noch wochenlang auf seinem Schreibtisch liegen gehabt. Immer wieder sah er sich die Fotos an und immer wieder schüttelte er mit dem Kopf.

Monate später hatte es wieder seltsame Dinge gegeben und für den Fall, dass noch einmal etwas passierte, auf das keiner gefasst war, wollte wenigstens ER vorbereitet sein. Deswegen hatte er die Spezialeinheit C.O.P.S. initiiert. Bis er das am obersten Entscheider durchgerungen hatte, waren wieder Wochen vergangen. Aber jetzt hatte er eine kleine Truppe beisammen.

Um sich etwas abzulenken, bis die anderen endlich kamen, prüfte er noch einmal die Funktionsfähigkeit des Beamers und ob er auch genau auf die Leinwand ausgerichtet war. Danach schob er die Gläser und Flaschen akkurat an ihre Plätze und stellte schliesslich noch Kaffeebecher und Kanne vom Sideboard auf den Tisch.


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Marc hatte seinen nächtlichen Bereitschaftsdienst um kurz nach 9 Uhr beendet. Nach Hause zu fahren lohnte sich nicht mehr, ausserdem war die Gefahr dort zu gross, dass er, ganz allein in dem Haus, einfach einschlief.
Wenigstens war es in der Nacht ruhig gewesen, und er wurde nicht zu irgendwelchen Leichen gerufen. So konnte sich mit ein paar zu tippenden Berichten die Nacht um die Ohren schlagen.
Jetzt gönnte er sich eine kalte Dusche und würde sich nach der Besprechung die wohlverdiente Ruhe gönnen.

Ein Gähnen unterdrückend öffnete er die Tür zum Konferenzraum. Frank sass, wie erwartet, bereits dort. “Guten Morgen Frank.“ grüsste er. Seine stahlblauen Augen leuchteten kurz auf, als er die Kanne mit dem Kaffee in der Mitte des Tisches sah. Er nahm sich eine Tasse und schenkte sich ein, bevor er sich setzte und den Kaffee mit Milch und Zucker bestückte.

Gedankenverloren rührte er seinen Kaffee um. “Ich habe mir die beiden Mappen heute Nacht schon angesehen.“ informierte er seinen Vorgesetzten, mit dem er schon lange per du war. “Was hältst DU denn von den beiden?“ Sein Chef hatte sie schliesslich - mehr oder weniger - ausgesucht.

Bevor Frank jedoch antworten konnte, öffnete sich die Tür erneut.
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Sionnach
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Re: [RPG] C.O.P.S. - Cases of Paranormal Suspect

Beitrag von Sionnach » 22. Januar 2015, 22:39

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Es war ein zäher Kampf gewesen, die entsprechenden Stellen davon zu überzeugen, dass sie eine etwas besondere Unterabteilung im Mord-Dezernat benötigten, besonders wenn man diesen Stellen die Wahrheit auch noch nur in Auszügen präsentieren durfte. Eine Einheit für Fälle mit paranormalem Hintergrund… das hätte sie trotz aller Beweise höchstens, alle miteinander die Karriere gekostet.
Aber Ritualmorde, die 11 Kinder als Opfer gefordert hatten, die hatten genug politischen Druck aufgebaut, eine Einheit für Verbrechen mit okkulten… suspekten Hintergründen bewilligt zu bekommen. Jemand anderer als die direkt Beteiligten würden auch keine genaueren Hintergründe erfahren, das war in diesem Fall oberstes Gebot, auch wenn es ihm gewöhnlich gar nicht schmeckte, mit solchen Mitteln zu arbeiten. Nur gewöhnlich war von diesen Fällen weit entfernt und sie alle hatten umdenken müssen.

Und darum war er jetzt hier. Weil Spinelli die potentiellen Mitglieder seines neuen Teams herbestellt hatte.
Er warf einen Blick auf die Uhr. Allerdings war noch etwas Zeit.

Nichts desto trotz war der Commander schon im Konferenzraum, wie er am Empfang erfuhr, als er sich anmeldete, damit jemand den Summer für ihn betätigte, der erlauben würde, dass er den Gang zu den Büros der Mordkommission auch betreten konnte.
Nach einem kurzen Klopfen, betrat er den nüchtern wirkenden Raum, der für derartige Meetings vorgesehen war. “Guten Morgen meine Herren!“ Er schüttelte nacheinander den Männern die Hand und schaute sich dann im Raum um.
“Wie ich sehe, haben Sie soweit alles vorbereitet!“ Er nickte zustimmend und holte seinen Laptop hervor, um den an den schon bereitgestellten Beamer anzuschließen.


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Ein Schwall Kälte schwappte mit ihr in den Eingangsbereich des CPD herein, als sie durch die großen Glastüren eintrat. Noch war kein Schnee gefallen, aber die Kälte und der bleigraue Himmel gaben dem Wetterbericht recht, der für spätestens heute Abend Schneefall angesagt hatte.
Innerlich sammelte sie schon Argumente wie sie es Debbie ausreden konnte, heute losziehen zu wollen, um Süßigkeiten zu sammeln. Na mal sehen, vielleicht würde es ja auch alles gar nicht so schlimm werden.
Sie schälte sich aus dem Winterparka – unerlässliches Kleidungsstück in Chicago zu dieser Jahreszeit – unter dem sie einen grauen Hosenanzug und eine dunkel-lilane Bluse trug und zupfte ihre Kleidung zurecht.
Ein Blick auf ihr Handy verriet eine neue SMS, die sie mit einem Lächeln auf den Lippen las. Allerdings verriet der gleiche Blick auch, dass sie später dran war, als sie geplant hatte.
Den Parka über dem Arm ging sie zur Anmeldung hinüber.

Genau wie vor einem Jahr… , schoss ihr durch den Kopf, als sich die Tür nach hinten summend öffnete. Na ja, nicht ganz ein Jahr. Ein paar Tage fehlten noch. Aber auch damals war es eisig kalt gewesen. Und genau wie damals war sie auch heute nervös.
Die Cops hier hatten sich inzwischen daran gewöhnt, dass eine Psychologin hier ein und ausging. Aber Franks Kandidaten für das Team, kamen nicht aus diesem Revier und sie sollte nicht nur beraten, sondern ein fester Bestandteil dieses Teams sein. Und es war nun einmal so, dass die meisten Cops ein Problem mit Psychologen hatten. Als würde sie beißen, nur weil sie die psychologischen Gutachten kannte.
Nun ja …
Sie war vor der Tür angekommen. Im letzten Jahr hatte es zu ein paar der wohl schlimmsten Tage ihres Lebens geführt diese Tür zu öffnen und das sollte durchaus etwas heißen.
Genau wie damals hatte sie ihr langes braunes Haar im Nacken zu einem Zopf zusammengebunden und genau wie damals atmete sie noch einmal tief durch ehe sie anklopfte.

Ein „Herein“ ertönte nachdem sie angeklopft hatte.
“Guten Morgen!“ , grüßte sie mit einem Lächeln in die Ruhe. Die drei Männer, die bisher hier versammelte waren, waren ihr alle bekannt, also war sie zum Glück nicht zu spät gekommen, nicht viel jedenfalls.
“Entschuldigen Sie, ich wollte schon eher da sein. Aber Dreijährige an Halloween sind eine Naturgewalt.“ Kleine lachende Funken ließen ihre Augen grün funkeln.
Sie nahm auf dem Stuhl der ihr angeboten wurde Platz und schlug grazil die Beine übereinander. Auf dem Tisch lagen die Akten der beiden Männer auf die sie jetzt noch warteten. Sie versuchte sich noch einmal an die Informationen über die Beiden zu erinnern und setzte eine nüchterne Miene auf, die wer sie nicht kannte sehr schnell mit Kälte verwechseln konnte.
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Re: [RPG] C.O.P.S. - Cases of Paranormal Suspect

Beitrag von Éthelwyn » 23. Januar 2015, 22:35

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Aleksey starrte auf das Gebäude, das sein neuer Arbeitsplatz sein würde. Er stand schon ein Weilchen in der Kälte aber seine Standard-Winter-Polizeijacke hielt ihn warm genug. Was erwartete ihn wohl hier? Er hatte genug Wissen über dieses Revier gesammelt, um sich im Klaren zu sein, daß sie ein großes Archiv hatten. Oder würde er in der Asservatenkammer verschwinden? Er fühlte sein Herz in seiner Brust hämmern, als er schließlich die letzten Schritte auf das Gebäude zutrat und die wenigen Treppenstufen erklomm.

Mit einem leicht gezwungenen Lächeln und äußerst angespannten Nerven wandte er sich an den Lieutenant hinter der Theke. „G-guten Morgen. Officer Ikhtymbaev meldet sich zum Dienst. Mir...mir wurde nur gesagt, daß ich mich hier melden sollte. Wo soll ich hin?“ Gänge und Treppen führten von der Eingangshalle in verschiedene Richtungen und Abteilungen.

Die Polizistin mittleren Alters beäugte den jungen Mann eingehend, sah dann auf ihr Klemmbrett, schlug eine Seite hoch, bewegte die Lippen stumm und sah ihn dann wieder an. „Also das ist das Gesicht zu dem unaussprechlichen Namen. Da lang“ , sie deutete mit der flachen Hand auf einen der Gänge, der jedoch mit einer Glastür versperrt war. Dann ging es also wohl doch in die Asservatenkammer für ihn. Immerhin ein äußerst ehrenvoller Job, wenn er die Straße auch vermissen würde. „Man erwartet Dich im Konferenzraum zur Rechten. Nummer 105.“

Mit großen Augen wandte sich Aleksey noch einmal um, doch er bekam nur eine kuschende Handbewegung. „Los jetzt, ich bleib nicht ewig mit dem Daumen auf dem Summer!“ Nun vernahm auch er das Geräusch und eilte auf die Tür zu. Er war nun völlig verwirrt. Weshalb wurde er in einen Konferenzraum berufen? War das etwa eine Einweisung für die Regelung von Schulverkehr oder etwas Derartigem?

Alles Raten brachte ja doch nichts. Augen zu und durch , ermahnte er sich selbst und lief den Gang entlang, bis er den angegebenen Raum fand. Noch einmal atmete er tief durch, bevor er anklopfte. Nach einem 'Herein', öffnete er die Tür und trat ein. Was ihn erwartete, war nichts was er je erwartet hätte. Ein Commander stand im Raum, am Tisch saß ein Detective und zwei Zivilisten saßen ebenfalls am Tisch. Was immer das hier auch war, mit Verkehrsregelung und dergleichen hatte es ganz sicher nichts zu tun und um einem kleinen Lichtchen wie ihm die Hölle heiß zu machen waren hier zu viele Sterne im Raum.

„Guten Morgen. Officer Aleksey Ikhtymbaev meldet sich zum Dienst, Sir.“ Er schlug die Hacken zusammen und salutierte vor dem Police Commander.
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Re: [RPG] C.O.P.S. - Cases of Paranormal Suspect

Beitrag von Eriassa » 24. Januar 2015, 22:18

Die Nacht hatte Damien wirklich mehr als erfreulich verbracht. Zwar hatte er nicht viel Schlaf bekommen, aber der war überbewertet. In den verdammten Dreckslöchern, in denen er während seiner Army-Zeit gewesen war, hatte er teilweise tagelang keinen Schlaf bekommen, nur hin und wieder ein kurzes Nickerchen, wenn die Situation es erlaubte.

Auch wenn Scott von der Zeit her etwas knapp dran war, war seine Laune noch gut, was sich jedoch schlagartig änderte, als ein junger Officer ihn daran hinderte, mit seiner brennenden Zigarette das Gebäude zu betreten. Verdammt! Die waren hier genauso pingelig, was das anging, wie die in Detroit! Schnell inhalierte er vor dem Revier in der Kälte den Rest der Zigarette, den Stummel schnickte er auf die Straße, was ihm wieder einen stirngerunzelten Blick einbrachte.

„Besser jetzt?“ fragte er zähneknirschend mit ausgebreiteten Arme und diesmal ließ ihn der Officer ein. Jetzt wurde es allerdings wirklich knapp. Scott warf sich auf dem Weg zum Besprechungsraum, der ihm von einer wesentlich netteren Polizistin gewiesen wurde, noch einen Kaugummi ein und öffnete seine Jacke, dann klopfte er an und betrat ohne ein Herein abzuwarten den Konferenzraum.

Drei Minuten nach 10! Na ja, sie würden ihm wohl nicht gleich den Kopf abreißen. Damien wußte nicht, wie viele eingeladen waren, aber er war sich ziemlich sicher, daß er der letzte war.

„Morgen. Tut mir leid für die Verspätung“ , grüßte er in die Runde. Der Älteste am Tisch war, wie unschwer zu erkennen war, der Chef der Truppe, dann war einer, der aussah wie ein Anwalt. Natürlich! Es mußte ja auch alles rechtlich einwandfrei und abgenickt sein.

Am Tisch saß auch noch ein Kerl, der militärisch aussah. Wenigstens einer, der den Eindruck machte, als könnte er ihm den Rücken freihalten. Da war nämlich auch noch ein Jüngelchen, das aussah, als es hätte es grade die Pubertät mehr oder weniger erfolgreich hinter sich gelassen.

Der Lichtblick in dem Raum war die Frau, die mit am Tisch saß. Sie begrüßte Damien mit einem strahlenden „Hi ... Detective Sergeant Damien Scott. Zu Ihren Diensten.“ Die Frau wirkte nicht wie ein Officer, sie trug keine Uniform, sondern formelle Kleidung. Die Bluse sah recht hübsch aus und Scott war versucht, unter den Tisch zu sehen, was noch zur Bluse gehörte. Noch ein Anwalt?

Vielleicht sollte er sich doch einigermaßen benehmen und statt sich einfach nur auf den nächsten Stuhl plumpsen zu lassen, setzte Scott sich halbwegs vernünftig hin.

„Also? Wenn alle da sind, können Sie loslegen, Chief.“ Er sah den Ältesten auffordernd an.
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When I raise my flashing sword, and my hand takes hold on judgement,
I will take vengeance upon mine enemies, and I will repay those who hate me.
Oh, Lord, raise me to Thy right hand and count me among Thy saints.

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Re: [RPG] C.O.P.S. - Cases of Paranormal Suspect

Beitrag von Draugluin » 26. Januar 2015, 19:47

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Der Staatsanwalt trat ein, überpünktlich, wie er ihn kannte und zu schätzen gelernt hatte. “Guten Morgen, Mr. Grayson.“ nickte er und beschloss dann, Patrick in die Antwort, die er Marc gerade geben wollte, einzubeziehen.
“Marc fragte gerade, was ich von den beiden Neuzugängen halten würde und ich bin noch nicht dazu gekommen, ihm zu antworten. Die Antwort lautet: Ich hatte keine grosse Auswahlmöglichkeit.“ Frank zuckte mit den Schultern. Er musste sich auf die Aussagen der anderen Police Commander verlassen, die ihm die beiden als gute Kandidaten empfohlen hatten. Leider gab es nicht wirklich viele Bewerber und die beiden erschienen ihm am besten.

Als nächstes trat Dr. Morgan ein und Frank begrüsste sie ebenfalls mit einem Lächeln. “Schön, dass Sie da sind, Doktor. Meine Mädchen waren an Halloween auch immer so überdreht.“ nickte er. Er sah zu, wie sie sich setzte und schmunzelte über ihren kühlen Gesichtsausdruck. So kannte er sie. Aber er wusste auch, dass sie ein warmes Herz hatte.

Als nächstes trat nach seinem Herein der jüngere Mann ein, den er erwartete. Frank zuckte fast etwas zusammen, als der Bursche die Hacken laut zusammenschlug.
“Sehr schön, Officer … nehmen Sie Platz und etwas zu trinken. Wir sind noch nicht vollständig.“
Franks Blick ging zu der Uhr, die über der Tür hing. Wo blieb der Mann bloss?

Endlich klopfte es, aber bevor Frank etwas sagen konnte, öffnete sich die Tür schon und Scott trat ein. Ganz im Gegensatz zu dem jungen Burschen stellte dieser sich der Psychologin vor, liess sich dann einfach auf einen Stuhl sinken und forderte ihn dann auch noch auf, loszulegen.

Frank räusperte sich. “Nächstes Mal überlassen Sie mir die Kommandos, Mr. Scott.“ Er war darauf vorbereitet, aber er hatte nicht erwartet, dass der Mann sich auch wirklich wie ein ungehobelter Klotz benehmen würde.

“Nun, ich bin Frank Spinelli, Police Commander.“ stellte er sich vor und stand gleichzeitig auf. Er fuhr mit der Vorstellung fort, indem er hinter die genannten Menschen trat, während er ihre Namen sagte. “Mr. Grayson, der leitende Staatsanwalt, Lieutenant Lawrence hat das Kommando über ihre Einheit und Dr. Morgan wird uns nicht nur psychologisch unterstützen. “ Tess bekam, wie so oft, ein Lächeln und hinter ihr blieb er auch stehen.

“Officer Ik… Ikhtumbaev “ Frank runzelte die Stirn, also an diesem Namen musste er noch etwas üben. “Und … Sie haben sich ja bereits vorgestellt, Detektiv Scott.“

Nun schlenderte Frank weiter um den Tisch und die Anwesenden herum, während er weiter sprach.
“Mein erstes Kommando an Sie lautet, das Sie über alles das, was hier besprochen und gezeigt wird, Stillschweigen zu bewahren haben bis zu ihrem Lebensende und zwar unabhängig davon, ob sie bleiben oder nicht,.“ Sein Blick ging zu den beiden Neulingen.

“Ihre Vorgesetzten haben Sie für fähig befunden, in diese Einheit zu wechseln. Wir nennen Sie COPS. Cases of Paranormal Suspekt. Sie werden sich wahrscheinlich denken können, dass wir nicht das erste Mal einen Fall haben, bei dem es äusserst sonderbar zuging. Wir sind alle Menschen, die mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen, aber ich muss leider zugeben, dass es uns sprichwörtlich die Beine unter dem Leib fortgerissen hat.“ Franks Blick traf Marc, der leicht nickte.
“Wir werden Ihnen jetzt ein Video vorführen. Danach können Sie gern ihre Fragen stellen …“




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Marc nickte dem Staatsanwalt zu und erwiderte seinen Gruss. Die Antwort auf seine Frage fiel nicht so aus, wie er sie erwartet hatte. Frank hatte nicht die bestmöglichen Anwärter herausgesucht, es gab vermutlich nicht viel mehr als die beiden. Aber immerhin gab es sie. Er hatte genug Kollegen gehabt, die mit solch übernatürlichen Dingen nichts weiter am Hut hatten haben wollen. Sie sollten also froh sein, dass sie in den beiden Männern Unterstützung gefunden hatten.

Es klopfte erneut und Tess trat ein. Auch sie bekam einen Guten-Morgen-Gruss. Marc verfolgte jede ihrer Bewegungen mit seinem Blick. Als sie sich ihm gegenüber hingesetzt hatte, zog er eine Tasse zu sich und füllte sie mit Kaffee und Milch, bevor er sie ihr mit einem Lächeln hinschob.

Bevor er noch etwas sagen konnte, klopfte es und der erste Bewerber trat ein. Marc hatte bereits das Foto gesehen und liess das Original jetzt auf sich wirken. Der junge Mann wirkte sehr eifrig und er hoffte, dass er das auch noch bei der ersten Leiche sein würde.

Der zweite polterte förmlich herein, grinste Tess an und liess sich dann ohne weitere Worte auf einen Stuhl fallen. Marc sah erst zu Tess und dann zu Frank, dem das Verhalten sichlicht nicht gefiel. Das konnte ja heiter werden. Marc runzelte die Stirn, verschränkte die Arme vor der Brust und hörte Frank zu.
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Re: [RPG] C.O.P.S. - Cases of Paranormal Suspect

Beitrag von Sionnach » 26. Januar 2015, 23:16

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Nachdem die Technik erfolgreich vorbereitet war, schenkte sich einen Kaffee ein und setzte sich zu Spinellis Worten nickend. Die allermeisten Bewerber waren ihnen nicht ans Herz gelegt worden, so dass sie sogar über die Stadtgrenzen hinaus zu suchen begonnen hatten. Aber nach dem was er in den Akten gelesen hatte war er zumindest verhalten optimistisch, dass sie doch eine Einheit zusammenbekommen hatten, die funktionieren würde.

Tess gesellte sich mit einer Entschuldigung zu ihnen, obwohl ja nun eigentlich noch Zeit war und unwillkürlich musste er grinsen, bei dem was sie erzählte.

Aber gleich darauf wurde er auch wieder ernst, als es erneut an der Tür klopfte.
Der Officer sah in natura noch jünger aus als auf dem Foto in der Akte und seine steife Art zu grüßen ließ vermuten, dass der Junge ziemlich nervös war. Er unterdrückte das Schmunzeln, was sich sehr vehement anschlich, um es dem jungen Mann nicht noch schwerer zu machen.

Die Uhr tickte weiter auf 10 Uhr und an der 12 vorbei, ohne dass ihr zweiter Kandidat auftauchte.
Unwillig trommelte er mit den Fingern auf den Tisch. Es war ja nun nicht so, als wenn nicht alle hier auch noch andere Termine hätten!
Kurz darauf öffnete sich die Tür aber erneut. Na wenigstens waren sie jetzt komplett, auch wenn er fand, dass Zerknirschtheit über eine Verspätung anders aussah.

Da aber Spinelli sich schon dem Verhalten des Mannes annahm schwieg er auch hierzu und nickte beiden nur zu als er vorgestellt wurde.

Nach Franks einleitenden Worten ergriff er mit leisem Räuspern das Wort:

“Im letzten November gab es hier eine Serie von Kindermorden, wie Sie vielleicht auf die eine oder andere Weise mitbekommen haben. 11 Opfer im Alter zwischen 1 und 12 Jahren, aus sämtlichen ethnischen und gesellschaftlichen Schichten stammend. Gemeinsam war ihnen, dass sie jeweils am Monatsersten geboren wurden, jeweils ein Opfer aus jedem Monat eines Jahres. Todesursache war jeweils das Entfernen des Herzens aus dem Brustkorb. Alle Opfer wiesen auf der Stirn einen eingebrannten 12-zackigen Stern auf. Sämtliche toxikologischen Untersuchungen waren negativ. Trotzdem wies keines der Opfer Abwehrverletzungen auf.“ Während er sprach zeigte der Bildschirm an der Wand, die Aufnahmen der Opfer. Kein wirklich schöner Anblick. Zuletzt erschien eine Karte, offenbar ein Stadtplan von Chicago , auf dem ebenfalls ein Stern eingezeichnet war. “Die Fundorte der Opfer bildeten, die gleiche geometrische Form, wie sich im Laufe der Ermittlungen herausgestellt hat.“
„Wie sie sicher bemerkt haben, haben wir 12 potentielle Fundorte, aber sprechen nur von 11 Opfern. Glücklicherweise ist es Detective Lawrence und Dr. Morgan gelungen, die Täterin zu stellen bevor sie auch dieses Kind umbringen konnte. Einen Bericht über die Umstände und weitere Hintergründe werden sie Ihnen gleich selber liefern. Zuvor möchte ich Sie bitten sich die Aufnahmen, von der Obduktion besagter Täterin anzusehen!“

Er deutete auf den Bildschirm, der zwischenzeitlich das Foto einer jungen Frau gezeigt hatte und startete vom angeschlossenen Laptop aus das Video.

Man sah den Autopsieraum und eine Frau, die von der Brust bis zu den Knien mit einem Tuch bedeckt war. Der Hals war zur Hälfte durchtrennt, das Blut hatte die Schnittwunde jedoch verkrustet.
Die Stimme des Pathologen klang nüchtern, als er das Tuch beiseite zog.

Virginia Delacroix, weiß, weiblich, geschätzte 25 Jahre alt, normale Figur und Statur, 1,67 m groß, 55 kg. Todeszeitpunkt 0 Uhr 10, vor etwa 7 Stunden. Der gesamte Körper weist Einschusslöcher auf, insgesamt 57. Der Pathologe räusperte sich. Eigentlich müssten davon mindestens 35 tödlich sein, der Rest hätten den Menschen deutlich in ihrer Funktion einschränken müssen, aber die Geschosse haben nicht mehr Wirkung auf den Körper gezeigt, als es Nadelstiche hätten tun können. Die Kamera schwenkte auf eine Schale, in der sich rund 50 plattgedrückte Kugeln befanden.

Die Kamera schwenkte wieder auf den Hals der toten Frau. Der Tod trat aufgrund eines Schnittes in der Kehle ein. Aufgrund der Einschusswinkel müssten die inneren Organe eigentlich zerfetzt sein. Das sehen wir uns jetzt an. Der Pathologe nahm ein Skalpell und setzte es am Brustkorb an.

Das scharfe Messer zertrennte mühelos die weiße Haut der Frau und in dem Moment, als er den Brustkorb überfuhr, geschah es. Der Leib der Frau alterte binnen Sekunden. Ihr eben noch junges, hübsches Gesicht war in 10 Sekunden das einer uralten Frau. Die vorher einmal makellose Haut schrumpelte wie ein Apfel im Ofen, wurde gräulich und stellenweise zerfiel die Haut sogar und legte die Knochen frei.

Der Pathologe fuhr entsetzt zurück, besann sich aber rasch eines besseren und zog mit den behandschuhten Händen den Brustkorb auseinander. Man sah die äußerlichen Einschusslöcher, aber sämtliche inneren Organe schienen gänzlich unversehrt, bevor sie jetzt genau wie die Haut schrumpelten und teilweise ebenfalls zerfielen. Ihr Herz schien sich noch einmal aufzubäumen, es tat ein, zwei Schläge, bevor auch das aschfahl wurde und zusammenfiel.

Ich habe so etwas noch nie gesehen. murmelte der Pathologe, während der Kameramann seine Kamera tapfer auf die zerfallende Frau hielt, obwohl man ihn würgen hörte.
Der Pathologe griff in die Brusthöhle und griff nach dem Herz, Adern und Venen fielen einfach ab und in des Mediziners Hand zerfiel das Herz zu Staub und rieselte durch seine Finger, so sehr er sich auch bemühte, die Masse zu halten.
Ich ... Ich kann hier nichts mehr untersuchen, es zerfällt alles. sprach er mit geschockter Stimme. Binnen zwei Minuten war der Körper der Frau gänzlich zu Asche, Staub oder sonst etwas unergründlichem zerfallen und das Video endete.


Einen Augenblick lang herrschte Schweigen.
“Im Nachgang unserer Ermittlungen haben wir festgestellt, dass es vor 50 Jahren eine exakt gleichgelagerte Mordserie in Virginia. Die dortigen Behörden haben uns diese Aufnahme der vermutlichen Täterin zukommen lassen.“ Das Bild sprang um und zeigte ein vergilbt wirkendes Foto. Die Frau darauf trug Kleidung der 60ziger Jahre, war aber zweifellos dennoch die gleiche wie auf dem ersten Bild. “Unsere Nachforschungen konnten Morde dieser Art in Zyklen von jeweils 50 Jahren zurück verfolgen.“ Mit ernstem Blick studierte er die Mienen seiner Gegenüber. “Demnach müssen wir davon ausgehen, dass diese Frau schon seit wenigstens 200 Jahren in verschiedenen Bundesstaaten mordet.“

Wie unwahrscheinlich das klang war ihm selbst nur zu gut bewusst. Trotzdem ließen sich die Fakten nicht wegdiskutieren. Er gab mit einem kurzen Nicken das Wort an den Detective weiter.

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Sie schenkte Frank ein gespielt verzweifeltes Lächeln. “Dann wird es nicht besser wenn sie älter werden? Debbie hat sich heute Morgen noch entschieden, dass ihr Hexe jetzt doch zu gruselig ist, sie will eine Fee sein!“ Was sie in die „dankbare“ Aufgabe versetzte, zu sehen wo sie heute noch ein Feenkostüm herbekam. Aber das war eine Frage für später. Und im Grunde war ihr das eigentlich auch ganz recht. Von Hexen hatte sie vermutlich für alle Ewigkeit die Nase voll.
Marc hatte ihr einen Kaffee hingeschoben und dies Lächeln strahlte eine Spur dankbarer. Ohne genügend Koffein im Blut war sie nur ein halber Mensch und das heute würde ein langer Tag werden.

Es klopfte und der junge Officer kam herein, zu ihrer Überraschung in Uniform. Was glaubte er denn bitte wieso man ihn sich bei der Mordkommission vorstellen ließ? Um Akten zu sortieren? Oder wollte er einfach nur seine Korrektheit beweisen? Vermutlich letzteres, denn er salutierte sogar vor Frank.
Wenig später fand sich auch der Detective aus Detroit ein, in wesentlich flapsigerer Manier.
Das er sie so gesondert begrüßte, ließ sie ihm einen etwas erstaunten Blick zuwerfen. Sein „Zu ihren Diensten“ weckte allerdings den spontanen Gedanken, dass wenn man die beiden Männer mischen würde, das formvollendete Betragen eines englischen Offiziers des 19ten Jahrhunderts dabei herauskommen würde. Ihr Mundwinkel zuckten ein wenig ob dieses Gedankens während sie das Lächeln des Mannes freundlich erwiderte und forschend in seine hellen Augen blickte. “Nun, dann herzlich Willkommen Sergeant.“ , erwiderte sie und entschied die musternden Blicke mit wieder vollkommen neutralen Miene zu ignorieren.

Außerdem begann Spinelli gleich darauf die Anwesenden vorzustellen und sie nutzte die Gelegenheit die beiden Männer unauffällig zu mustern, als ihr Name genannt wurde nickte sie den beiden zu und schloss gleich darauf Wetten mit sich selbst ab, wie schnell aus Ikhtumbaev ein „Ike“ werden würde und wer wohl damit anfing.

Als Patrick zu sprechen begann, sammelten sich ihre Gedanken von ganz allein wieder. Wie auch nicht. Die Bilder die er aufrief weckten sehr lebhafte Erinnerungen an alles was im letzen Jahr geschehen war. Ihre Miene blieb ausdruckslos, aber nichts aber auch gar nichts hätte verhindern können, dass sie blass wurde, als der Anwalt auf die Opfer zu sprechen kam.
Innerlich mahnte sie sich zur Ruhe, sie hatte gewusst, dass ihr das hier schwer fallen würde und sie wusste auch, dass es noch schwieriger werden würde, wenn es darum ging was passiert war als sie diese „Frau“ gestellt hatten.
Innerlich grenzte sie sich von den Geschehnissen damals so gut es ging ab, darum versuchte sie auszublenden was Grayson weiter erklärte und konzentrierte sich lieber darauf, die Reaktionen ihrer Neuzugänge auf das Video und die weiteren Eröffnungen zu beobachten. Wie erschütterte sie war, als sie diese Szenen das erste Mal gesehen hatte, daran konnte sie sich noch sehr gut erinnern.
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Re: [RPG] C.O.P.S. - Cases of Paranormal Suspect

Beitrag von Eriassa » 27. Januar 2015, 15:40

Damien

Daß er vom Chief zurechtgewiesen wurde, war nur recht und billig. “Ja, Sir“ , bestätigte Damien den Chief. Daß aber von dem militärischen Typ, von dem Scott auch kurz darauf den Nachnamen erfuhr, nichts zu der Verspätung sagte, erstaunte ihn doch etwas.
Mit dem Anwalt hatte hatte er jedenfalls recht gehabt, aber die Frau war keine Anwältin, sondern die Seelenkempnerin. Ach herrje! Hoffentlich kam er nie in dieser Hinsicht in ihre Fänge. Sie hätte dann sicher einen Festtag mit ihm. Viel lieber würde er in anderer Hinsicht in ihre Fänge geraten. Dafür war sie die Einzige, die ihn herzlich willkommen hieß.
Das Jungchen hatte offenbar einen russischen Hintergrund und der Nachname war nicht besonders einfach. Vielleicht war der Vorname einfacher, aber wie ein Igor oder Iwan sah der Bursche auch wieder nicht aus.
Am liebsten hätte Scott dem Chief noch gesagt, daß ihm die Anrede ‚Sergeant‘ lieber war als Detective, aber zunächst hielt er den Mund.
Nach der Vorstellung wurden er und das Bürschchen noch zu absolutem Stillschweigen beordert. Eigentlich war es für ihn selbstverständlich, daß er nicht mit jedem Trinkkumpan über irgendwelche Fälle sprach, deswegen hob er leicht fragend die Augenbrauen. Das hier schien wirklich richtig wichtig zu sein.
Der Chief gab das Wort weiter an den Anwalt und der stieg gleich voll ein. Irgendwie hatte Damien erwartet, daß das hier so eine Art Vorstellungsgespräch war, aber die legten es wohl darauf an festzustellen, wie stark ihre Mägen waren, denn die Bilder zu dem, was der Anwalt erzählte, waren tatsächlich nicht sehr hübsch. Damien hatte in den diversen Kriegsgebieten schon einiges gesehen, auch an Kinderleichen, aber das war was anderes. Diese Kadaver hier, man konnte traurigerweise wirklich nichts anderes dazu sagen, so wie sie behandelt worden waren, waren nicht zufällige Bombenopfer oder in die Schußlinie geraten, sie waren gezielt ausgesucht worden. Das machte ihn schon wütend und ein Muskel zuckte in seiner Wange, als er die Zähne zusammenbiß.
Die Morde waren schon durch Nachrichten und Presse gegangen, aber Details wie der Stern waren da ausgespart worden.
Als nächstes wurde das Video der Obduktion der Täterin gezeigt. Der Chief hatte gesagt, die Täterin sei gestellt worden, aber das hätte Scott nicht mit einer durchschnittenen Kehle und mehreren Löchern im Körper in Verbindung gebracht. Die durchschnittene Kehle traute er zumindest der Seelendoktorin nicht zu, Lawrence, als ehemaliger Soldat, war dazu bestimmt fähig, aber warum sollte der so etwas tun? Außerdem hätte, was die Schüsse anging, auch ein gezielter Schuß gereicht, doch es sah so aus, als wären Schüsse trotz der Löcher wirkungslos gewesen, wie der Pathologe erklärte. Seltsam! Es hatte wohl seine Berechtigung, so ein Geheimnis um die Sache zu machen.
Allerdings sollten die Berichte der beiden noch folgen.
Gerade als im Film der Brustkorb aufgeschnitten worden war, schrumpelte die Haut der Frau und machte sie zu einer Greisin. Das entlockte Damien ein ungläubiges ‚hm‘ und er hob erneut die Augenbrauen. Beim Schrumpeln allein blieb es jedoch nicht, die Haut zerfiel zu Staub an einigen Stellen und der Pathologe fuhr zunächst zurück. Eine völlig normale Reaktion. Doch der Mann faßte sich wieder und öffnete den Brustkorb ganz. Die Organe, die keine Anzeichen von Einschüssen zeigten, zerfielen ebenfalls, nur das Herz schlug noch einmal.
“Okaaaaaaaaaaaay …“ , brummelte Scott vor sich hin. Wie konnte das Herz bei durchschnittener Kehle und bei 7 Stunden ‚tot‘ wieder schlagen? Der Verfall der Leiche ging weiter und zerstörte auch das Herz, das der Pathologe noch aus dem Brustkorb hatte holen können. Das erinnerte Scott irgendwie an Buffy und das, was passierte, wenn sie einen Vampir pfählte. Viel mehr war letzten Ende von der ehemals jungen Frau auch nicht mehr übrig: ein Häufchen Staub.
Wenn er es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, hätte er es nie geglaubt und über jede Erzählung nur gelacht, aber das Video war bestimmt echt. Dieses … DING war einfach weg!
Jetzt war Scott gespannt, was die beiden anderen noch zu erzählen hatten, aber er fragte sich auch, was er hier sollte, wenn sie Täterin schon hatten ...
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Re: [RPG] C.O.P.S. - Cases of Paranormal Suspect

Beitrag von Éthelwyn » 28. Januar 2015, 21:58

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An den Blicken rund um den Tisch konnte Aleksey sehen, daß er wohl etwas zu formell gehandelt hatte, aber das konnte er jetzt auch nicht mehr ändern, trotz dieses Wissen tat dies einem erneuten Anstieg seiner Nervosität keinen Abbruch.

Er war froh, als der Commander ihn bat sich zu setzen und ihm sagte, daß sie noch auf jemanden warteten. Aleksey zog zunächst die dicke Winterjacke aus, hängte sie über die Rückenlehne des Stuhls und nahm sich einen Becher den er mit Kaffee füllte, bevor er Platz nahm. Das war dann auch der Moment in dem die nächste Person ankam.

Anhand seiner Marke identifizierte er ihn als Sergeant und anhand seines Auftretens als ungehobelten Macho. Leider war dieses Auftreten nur allzu verbreitet unter den Detectives; da blieb er lieber in Uniform! Vom Aussehen her tippte Aleksey auf Mordkommission, für einen Drogencop war seine Kleidung nicht teuer und aufdringlich genug. Das aber machte wohl sein Ego wett, wie sich gleich darauf herausstellte, als er den Commander anwies 'loszulegen'. Aleksey nahm schnell einen Schluck Kaffee um seine Reaktion hinter dem Becher zu verstecken.

Als der Commander dann sich selbst und die anderen am Tisch vorstellte, nickte Aleksey jedem einzeln zu und schenkte der Dame am Tisch ein schüchternes Lächeln. Daß der Commander dabei Probleme mit seinem Nachnamen hatte, war für Aleksey nichts Neues und seine einzige Reaktion war ein kurzes Zusammenkneifen der Augen. Es war ja nun nicht so, als hätte er sich seinen Namen ausgesucht.

Gleich darauf verpflichtete der Commander sie alle zu absolutem Stillschweigen. So etwas war Aleksey in seiner bisherigen, zugegebenermaßen kurzen, Karriere noch nicht passiert. Mit ernstem Blick nickte er zustimmend. Was ihnen dann erklärt wurde, überraschte den jungen Mann doch sehr.

Auf Grund seiner Familie und deren Herkunft, wußte Aleksey, daß Hamlet und damit Shakespeare recht hatte, wenn er sagte, daß er mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gab, als die Schulweisheit einen glauben lassen wollte. Gleichzeitig aber wußte er auch, daß der durchschnittliche Amerikaner nicht an Übersinnliches glaubte. Wenn nun jedoch eine eigene Einheit ins Leben gerufen wurde, dann mußte sich irgendetwas Großes getan haben.

Das war dann wohl auch das Stichwort denn nun übernahm der Staatsanwalt und beschrieb einen Fall, mit dem Aleksey so ganz sicher nicht gerechnet hatte. Als sie Bilder der zugerichteten Kinderleichen sahen, schloß er immer wieder die Augen und seine Züge zeigten eine Mischung aus Trauer und Mitleid. So junge Leben waren zerstört worden und wie schlimm mußte es erst den Eltern und vielleicht auch Geschwistern gehen?

Gleich darauf zeigte Mr. Grayson dann auch das Video von dem der Commander bereits gesprochen hatte. Die Kugeln, die die Frau nicht getötet hatten waren für Aleksey zunächst nicht so verwunderlich. Er hatte schon mal eine Dokumentation gesehen, über eine Firma, die kugelsichere Bekleidung herstellte, die von normaler Bekleidung äußerlich kaum zu unterscheiden war. Das war allerdings nur was für sehr reiche Menschen, aber vielleicht war die Tote das ja.

Dann aber schnitt der Pathologe in den Körper und dieser alterte rapide und die Haut zerfiel. Selbiges spielte sich ab, als er den Brustkorb öffnete. Aleksey verzog das Gesicht bei dem Anblick und bewegte den Kopf, als wolle er wegsehen, hielt die Augen aber trotzdem auf der Projektion. Ein angewiderter Laut entfuhr ihm, als das Herz der Toten tatsächlich noch zwei mal pochte, bevor auch dieses, wie der Rest des Körpers, zu Staub zerfiel. Was er gerade gesehen hatte, war die eklige Wirklichkeitwerdung von einem der Märchen, die ihm seine Großmutter früher erzählt hatte. Zumindest hatte er als kleiner Junge immer gedacht, es seien nur Märchen. Als er allerdings älter wurde und mehr Dinge begriff, hatte er zumindest weiterhin gehofft, daß das Meiste, was seine Großmutter zu erzählen hatte, Märchen und Geschichten waren, auch wenn er ahnte, daß mehr davon wahr war, als ihm lieb sein konnte.

„Hexe“ , murmelte Aleksey erschreckt und ertappte sich selbst dabei, wie er ein Schutz-Zeichen mit den Fingern auf seine Brust malte, so wie sich Katholiken bekreuzigten. Er hatte das schon ewig nicht mehr gemacht, nicht mehr seit er ein Junge war und seine Großmutter ihn jedoch Nacht beim zu Bett gehen dazu angehalten hatte.
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Re: [RPG] C.O.P.S. - Cases of Paranormal Suspect

Beitrag von Draugluin » 30. Januar 2015, 19:33

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Frank hatte zu Dr. Morgan nur grinsend den Kopf geschüttelt. “Es wird viel schlimmer.“ Dass die Frau froh war, dass ihre Tochter doch lieber als Fee losziehen wollte, konnte er nachvollziehen.

Der Staatsanwalt übernahm es, zu berichten und startete schliesslich das Video, nachdem sie das Licht ein wenig gedämmt hatten. Frank hatte das Video schon so oft gesehen, dass er es sich leisten konnte, ihre beiden Neuzugänge während der Vorführung genauer zu betrachten.

Der junge Bursche nahm alles offenbar sehr genau und der ältere war ganz das Gegenteil. Der junge Mann schien die ganze Situation aber auch ernster zu nehmen, als der ältere, dem der Unglaube und die Skepsis ins Gesicht geschrieben stand.

Grayson schaltete das Licht nach dem Video wieder an und Frank richtete den Blick auf Marc, der aus seiner Sicht beschreiben würde, was damals geschah.


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Marc hatte seinen Blick nur schwer von Tess losreissen können, aber als der Staatsanwalt das Video startete, betrachtete er seine beiden möglichen neuen Mitstreiter.
Damien schien eher skeptisch und fast erwartete Marc die Frage, ob der Film getürkt sei. Aleksej glaubte offenbar wirklich an übernatürliche Dinge.

Das Video endete, das Licht wurde eingeschaltet und Frank sah ihn auffordernd an. Marc räusperte sich und begann zu sprechen.
“Im Zentrum des Sternes befindet sich ein Mausoleum mit einem Altar. Auf diesem wurden sämtliche Kinder aufgeschnitten, das Herz entnommen und anschliessend an den Fundorten abgelegt. Es ist uns erst gelungen, die Frau in der Nacht, bevor das letzte Kind getötet werden sollte, zu überwältigen. Der Plan war zunächst natürlich, sie lebendig festzunehmen, aber ihr äusserst aggressives Verhalten machte eine Tötung zwingend notwendig.

Wie Sie sich denken können, haben wir erst versucht, sie mit einem gezielten Schuss in die Beine ausser Gefecht zu setzen, aber sie griff mich mit ihren eigenen Waffen an. Bevor ich die Kontrolle über meinen Körper verlor und das Leben des Kindes oder das von Dr. Morgan gefährdete, habe ich auf die Frau geschossen. Mehrfach ohne nennenswerte Ergebnisse. Ich bin ihr dann so nahe gekommen, dass ich nach ihrer eigenen Waffe greifen und ihr die Kehle durchschneiden konnte. “


Marc schluckte. Er war damals dem Tod deutlich zu nahe gekommen und hatte nichts dagegen tun können. Allerdings dachte er über den weiteren Verlauf dieser Nacht nicht weiter nach. Sie war auch unrelevant. Er hatte überlebt, das Kind gerettet und nichts anderes zählte.

“Bevor ich jetzt die ganze Ermittlungsmappe herunterbete, stellen Sie einfach die Fragen, die sie beantwortet haben möchten.“ schlug er vor.
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Re: [RPG] C.O.P.S. - Cases of Paranormal Suspect

Beitrag von Sionnach » 31. Januar 2015, 23:33

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Seinen Part hatte er damit erfüllt, die rohen Fakten weiter zu geben. Die Details lagen nun bei Lieutenant Lawrence.
Genau wie bei der Überzeugungsarbeit, die vielleicht noch zu leisten sein würde, war erst einmal Statist.
Also lehnte sich Grayson in seinen Stuhl zurück und verfolgte das weitere Gespräch.

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Die Reaktionen der beiden Männer, auf das was der Staatsanwalt ihnen eröffnete, hätten vermutlich unterschiedlicher nicht ausfallen können.
Der Ältere – Detective Scott reagierte verhalten, fast skeptisch und sie seufzte innerlich. Es war ja nicht so, dass sie seine Reaktion nicht sehr gute verstehen könnte, als sie dieses Video zum ersten Mal gesehen hatte, war es ihr nicht anders ergangen und sie war in jener Nacht auf dem Friedhof dabei gewesen.
Aber sie brauchte wirklich Leute. Verlässliche Leute! Darum blieb ihr nur zu hoffen, dass er sich letzen Endes überzeugen lassen würde.

Der Officer reagierte vollkommen anders. Ihm fiel es sichtlich schwerer sich zusammen zunehmen und eine unbeteiligte Miene zu wahren. Auch etwas, was sie sehr gut nachvollziehen konnte und vermutlich hatte er noch nicht häufig solche Anblicke ertragen müssen, jung wie er war.
Er sagte nur ein Wort nach dem das Video geendet hatte und das umfasste die Erkenntnis, die sie alle durch die nachträgliche Prüfung und Durchleuchtung dieses Falls irgendwann akzeptiert hatten. “Damit hätten Sie das Ganze ziemlich präzise zusammen gefasst, Officer Ikhtumbaev.“ Nein, sie sprach kein russisch, aber sie hatte diesen unhandlichen Namen wie eine Vokabel geübt, seit sie diese Akten zu sehen bekommen hatten, einfach weil es ihrer Art entsprach, ihr Augenmerk auf Details zu richten. Jetzt warf sie dem jungen Mann ein aufmunterndes Lächeln zu. Er war merklich nervös und ihre etwas belustigten Gedanken bei seinem Eintreten taten ihr deswegen schon wieder leid.

Weitere Worte machte sie aber nicht, weil Marc sich räusperte, um den Bericht fortzusetzten. Sie tauschte einen kurzen Blick mit ihm, ehe er zu sprechen anfing.
Auch wenn seine Worte ziemlich nüchtern gewählt waren, war ihr Geist unglücklicherweise nur zu bereit sie mit Bildern zu füllen.
Sehr schnell war ihr klar: Viel länger unbeteiligt wirken konnte sie nicht. Sie hatte schon den einen oder anderen schrecklichen Tag in ihrem Leben gegeben, aber ganz sicher keinen der furchtbarer war, als die Nacht auf diesem Friedhof.

Glücklicherweise bot ihre leere Kaffeetasse ihr den perfekten Vorwand, sich ein wenig Distanz von den Anderen zu verschaffen.
Sie stand auf und ging zur Kaffeemaschine hinüber um die Tasse zu füllen und dann neben der Maschine an die Wand gelehnt stehenzubleiben, während sie weiter zuhörte und zugleich versuchte sich wieder zur Ruhe zu rufen.
Marcs Bericht war in der Tat mehr als pragmatisch. Er war von der Hexe mit „ihren Waffen“ angegriffen worden? Tja, theoretisch richtig. Nur waren da keine Waffen gewesen, es hatte gereicht, dass diese Frau einfach nur die Hand in seine Richtung gestreckt hatte, um ihn in die Knie zu zwingen.

Aber auch wenn sie einen Moment lang die Stirn runzelte und ihn über den Raum hinweg überrascht ansah, schwieg sie dazu und wartete jetzt gespannt auf die Fragen oder Kommentare die da kommen mochten.
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Re: [RPG] C.O.P.S. - Cases of Paranormal Suspect

Beitrag von Éthelwyn » 3. Februar 2015, 13:42

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Nachdem er das Schutzzeichen fertig hatte, sprach ihn die Psychologin Dr. Morgan an. Eigentlich hatte er nur laut gedacht, doch sie hatte es gehört und stimmte ihm nun anscheinend zu. Das war etwas mit dem er nicht gerechnet hatte, schon gar nicht nach seiner Erfahrung mit seinem alten Revier. Aber alles was sie gesehen hatten wies nun einmal darauf hin und alles was gezeigt wurde, war mit den so hochgelobten Mitteln der heutigen Wissenschaft nicht wegzuerklären. Es war eindeutig Magie im Spiel.

Was jedoch noch dazukam, war daß sie seinen Nachnamen korrekt aussprach. Das kam sehr selten vor. Er nickte ihr zu und zeigte ein sehr kurzes, zaghaftes Lächeln, bevor er sich wieder ganz darauf konzentrierte, was Detective Lawrence noch zu sagen hatte.

In den Märchen, die seine Großmutter ihm erzählt hatte, hatte man die Hexe mit Äxten und Jagdmessern eigentlich nie töten können und so wie es nun aussah konnten moderne Kugeln ihnen auch keinen nennenswerten Schaden zu fügen.

Der Lieutennant war mit seinem Bericht fertig und bat um Fragen. Anscheinend wußten alle außer ihm und dem Detective am Tisch eh bereits alles was geschehen war. Ein wenig unsicher blickte Aleksey zu dem anderen Mann, der jedoch noch nichts sagte. Eigentlich brannte ihm nur eine Frage wirklich auf der Seele, nämlich weshalb ausgerechnet er, ein kleiner, unbedeutender Officer, hier war, aber das war es wohl kaum, was er jetzt fragen sollte. Er dachte an den Bericht und eine offensichtliche Unklarheit.

„Ähm, Sir? Was genau meinen sie, wenn sie sagen, sie griff sie mit 'ihren eigenen Waffen' an?“ Eigentlich hatte Aleksey schon eine gewisse Vorstellung nachdem der Lieutennant sagte, er habe gehandelt bevor er die Kontrolle über seinen Körper verlor, aber er hielt es für eine recht sichere Frage. Sein Vertrauen in übersinnliche Fähigkeiten hatte ihn schon einmal ins Abseits gekickt. Aleksey war nicht dumm und wollte den selben Fehler nicht unbedingt noch einmal begehen. Er entschied sich doch etwas bedeckter zu halten.
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Re: [RPG] C.O.P.S. - Cases of Paranormal Suspect

Beitrag von Draugluin » 3. Februar 2015, 17:27

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Marc richtete den Blick auf den jungen Officer, als dieser das Wort an ihn richtete und nickte. Die Frage hatte er erhofft und erwartet.
“Ich kann nur beschreiben, wie es sich anfühlte, denn sie hatte ausser ihrem sichelförmigen Messer nichts in der Hand.
Es war vergleichbar mit einem Tazer, nur in etwa 10facher Stärke.“

Ein Tazer war schon geeignet dazu, körperliche schwache Menschen durchaus zu töten. Diese weitaus heftigere Dosis hatte ihn definitiv deutlich in die Knie gezwungen.

“Fatal war, dass man der Frau nichts hätte aus den Händen nehmen können, womit sie diese Stromstösse ausführte. Ich habe ihr gezielt in die Hand geschossen, damit sie ihre Waffe, das sichelförmige Messer, fallen lässt. Ich konnte deutlich das Loch in ihrer Hand sehen, was sie in ihrem Tun allerdings in keinster Weise beeinflusst hat. “

Marc hob fragend die Augenbrauen. “Ist Ihre Frage damit beantwortet?“
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Re: [RPG] C.O.P.S. - Cases of Paranormal Suspect

Beitrag von Eriassa » 4. Februar 2015, 17:44

Damien

Das Video, so verstörend es auch war, hatte den jungen Officer offenbar mehr aufgeregt als ihn und Damien sah erstaunt-amüsiert zu ihm, als er etwas murmelte, das sich wie ‚Hexe‘ anhörte. Der Junge fummelte sich auch mit der Hand vor seiner Brust herum, was man mit äußerst gutem Willen vielleicht als Bekreuzigen einordnen konnte.
Scott war nicht wirklich gläubig, bei dem, was man im Krieg zu sehen bekam oder dort selbst tat, Black Ops waren auch kein Spaß, konnte man schon zweifeln an der Existenz eines Gottes oder überhaupt an einem höheren Wesen. Das Video widerlegte aber vielleicht Verleugnungen an der Existenz von ‚unirdischen‘ Wesen.
Die Seelenklempnerin stimmte der gemurmelten Bemerkung des Jungen zu und für einen kurzen Moment fragte Scott sich, ob die Nervendoktorin nicht selbst einen Nervendoktor brauchte. Wie sie sich dem Jungen gegenüber aber sonst verhielt, deutete nicht darauf hin, daß sie es nicht ernst meinte oder nur einen Scherz gemacht hatte.
Der Lieutenant ergriff nun das Wort und erzählte, was sich zugetragen hatte. Das alles hörte sich eigentlich schon haarsträubend an, Ritualmorde und das alles, und Scott wollte schon sagen, sie sollten ihren Hokuspokus doch allein auseinanderfriemeln, er würde sich jedenfalls nicht daran beteiligen, da dachte er daran, daß die Opfer Kinder waren; Unschuldige, die Leichen aufs Schlimmste geschändet, wobei noch nicht einmal gesagt war, daß die Kinder nicht vielleicht noch gelebt hatten, als ihnen in die Herzen rausgerissen worden waren, was Damien sich bei so kranken Menschen wie Ritualmördern durchaus vorstellen konnte.
Er konnte verstehen, daß man Mörder immer lebend haben wollte, aber er hatte auch keine Skrupel den finalen Schuß zu setzen, wie der andere Mann offenbar auch nicht, aber den Beschreibungen nach und wie das Video gezeigt hatte, waren Kugeln nicht ausreichend gewesen. Womöglich hatte der Kleine mit ‚Hexe‘ doch recht und aus Damiens Kehle wollte sich ein Lachen stehlen. Das konnte ja gar nicht sein! Gleichzeitig konnte er auch nicht leugnen, was er gesehen hatte und das war einfach nicht rational zu erklären.
Scotts Blick zuckte zu der Seelenklempnerin, als diese aufstand, um sich einen Kaffee zu holen. Das kam Damien fast als Alibihandlung vor, um sich nicht anmerken zu lassen, daß die Erläuterungen keine guten Erinnerungen auslöste.
Der Lieutenant beendete seine Geschichte und der Junge stellte die Frage, die ihm auch in den Sinn gekommen war: was waren das für Waffen gewesen? Vorstellen konnte er sich nur ein Messer, mit dem sie das Herz des Kindes hatte herausschneiden wollen.
Als Bestätigung, daß er die gleiche Frage hatte stellen wollen, brummte Damien und wies mit der Hand auf den jungen Russen, als dieser geendet hatte und die Reihe war wieder an dem Lieutenant.
Was er sagte, ließ Damien anerkennend nicken: Taser und 10fache Stärke UND der Mann saß noch hier? Scott war sich sicher, daß der Mann in einem Spezial-Team gewesen war!
Bemerkenswert war, daß Lawrence, obwohl wie getasert, es noch fertiggebracht hatte, der Frau die Kehle durchzuschneiden.
Und jetzt kam die Stelle, die Damien nicht verstand: sobald in dem Video der Pathologe am Brustkorb der Frau das Messer auch nur angesetzt hatte, begann der Alterungs- und gleich darauf Verfallsprozeß. Warum war das nicht gleich passiert, als Lawrence der Frau die Kehle durchgeschnitten hatte?! Dieser Schnitt war doch ungleich tiefer gewesen?! Bis fast zum Knochen!
“Warum ist die Frau nicht gleich beim Kehle durchschneiden zu Staub geworden?!“ Er sah Lawrence und die Doktorin an. “Warum erst auf dem Seziertisch?!“
Diese Frage zu stellen, kam Damien absurd vor, denn bestimmt wußte der Mann das auch nicht, aber er äußerte sie trotzdem, denn wenn die ganze Sache, so blöd es auch klang, doch mit Hexerei zu tun hatte, hätte es sicher mehr Sinn gemacht, wenn die Frau sich gleich an Ort und Stelle aufgelöst hätte, denn außer Lawrence und der Seelenklempnerin war bei der versuchten Festnahme offenbar keiner anwesend gewesen und die beiden hätte man als ‚mit Dachschaden‘ abstempeln können und andere dieser ‚Hexen‘ hätten vielleicht weiter im Untergrund machen können, was sie taten, ohne daß es zunächst bemerkt worden war.
“Wenn man so will, war das ja ziemlich dumm, denn falls es mehr von denen gibt, kamen sie dadurch in den Fokus der Polizei.“
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Re: [RPG] C.O.P.S. - Cases of Paranormal Suspect

Beitrag von Sionnach » 4. Februar 2015, 22:09

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Officer Ikhtumbaevs Frage zeigte auf jeden Fall, dass er aufmerksam zuhörte. Und wenn sie ehrlich war, dann fand sie die Frage sogar ziemlich wichtig. Weil die Männer wissen mussten, welche Ausmaße Dinge , die vielleicht auf sie zukamen und darüber hinaus, gehörte auch das zu den unwahrscheinlichen Aspekten dieses Falls.

Ärgerlicherweise konnte sie von ihrer Position aus jetzt die Gesichter der Männer nicht sehen, als sie erfuhren welcher Art, die Angriff der Mörderin gewesen waren. Die Reaktion wäre sicher aufschlussreich gewesen.
Kurz schloss sie die Augen, es hatte ihn ganz schön erwischt damals. Viel hätte nicht gefehlt und Marc wäre im gleich auf dem Autopsietisch nebenan gelandet, reines Glück das er auf die Idee gekommen war diese „Frau“ mit ihrem eigenen Messer auszuschalten. Das hatte der Kleinen sehr sicher das Leben gerettet und ihr selbst vermutlich auch.
Aber letzen Endes war die Nacht noch glimpflich ausgegangen.

Scott stellte eine ganz andere Frage und die war weitaus schwieriger zu beantworten waren, weil sie da eigentlich selbst nur raten konnten. “Es ist natürlich nur Spekulation…“ , meldete sie sich von ihrem Platz aus zu Wort, “aber ich denke es hängt mit dem Herzen zusammen!“ Darum war es schließlich auch bei den Kindern gegangen.
“Bei der Durchsuchung der Wohnung der Täterin haben wir ein Buch gefunden, in dem verschiedenste Rituale beschrieben waren.“ Wirklich krankes Zeug nebenbei bemerkt. Sie kehrte an den Tisch zurück, stellte ihre Tasse wieder ab, blieb aber im Moment noch hinter ihrem Platz stehen und blickte Scott über den Tisch hinweg direkt an. “Ich habe mich damit beschäftigt, weil ich herausfinden wollte, wieso …das letzte Opfer, sich an keinen Moment ihrer Entführung erinnern kann.“ Während sie sprach spielten die Finger ihrer rechten Hand nervös an dem Ring den sie dort trug. Ganz offensichtlich ließ sie der Fall nach wie vor nicht kalt. Genauer gesagt weckte er das kalte Grauen in ihr, aber sie hatte sich soweit im Griff das ihre Stimme fest und routiniert klang. “Jedenfalls gibt es dort auch eine Beschreibung des Rituals was sie offenbar versucht hat durchzuführen. Es sollte dazu dienen sie zu verjüngen. Dazu musste sie innerhalb eines Monats 12 Kindern das…“ Ok … jetzt zitterte ihre Stimme doch ein wenig. “schlagende Herz aus der Brust schneiden und … es verzehren. Die Ablageorte und das Brandmal sollten irgendwie dazu dienen die Lebensenergie auf das Zentrum zu fokussieren.
Das Herz … spielt also eine zentrale Rolle und der Verfall setzt ein, als der Mediziner ihren Brustkorb zu öffnen beginnt.“

Sie würde nicht behaupten die Hintergründe wirklich zu verstehen, aber Parallele war da kaum von der Hand zu weisen und zu offensichtlich um völlig als Zufall abgetan zu werden.
“Es gibt allerdings keinerlei Hinweise darauf, dass sie noch Komplizen gehabt hätte.
Und was die Unauffälligkeit betrifft. So dreist wie die Täterin agiert hat, gehe ich davon aus, dass sie noch nicht mal in Erwägung gezogen hat erwischt zu werden.“
Was das anging hatte das Profil sich mehr als bewahrheitet.
“Vermutlich machen ein paar hundert Jahre Erfolg auch ein wenig überheblich.“ Anders konnte sie sich kaum erklären, wie diese Hexe ihnen förmlich vor der Nase herumgesprungen war.
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Re: [RPG] C.O.P.S. - Cases of Paranormal Suspect

Beitrag von Éthelwyn » 7. Februar 2015, 15:15

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Der Lieutenant beschrieb einen Angriff, wie man ihn von einem Sith-Lord erwarten würde, wohl nur ohne die Lichteffekte. Aleksey hatte in den Märchen zwar davon gehört, daß sich die Opfer zuckend wanden, aber erst durch die Beschreibung „wie mit einem Tazer“ konnte er sich wirklich etwas darunter vorstellen. Das mußte grauenhaft gewesen sein! Wie hatte der Lieutenant sich überhaupt dagegen wehren können? Und nicht nur das, offenbar war er trotz allem noch in der Lage gewesen gezielt zu schießen. Das war einfach unglaublich!

„S-sir, ja, Sir“ , stammelte er seine inadäquate Antwort. Aber was hätte er sonst sagen sollen? Er war eindeutig der Jüngste hier am Tisch und würde als Greenhorne gesehen werden, da mußte er nicht auch noch wie ein kleiner Schleimer wirken, wenn er sagte, daß der Lieutenant absolut heldenhaft gehandelt hatte.

Der Sergeant allerdings stellte eine ganz andere Frage. Aleksey mußte zugeben, da wäre er nie drauf gekommen. Für ihn, da war das Magie und die hatte ihre eigenen Gesetze. Er hätte es nie hinterfragt. Vielleicht etwas das er lernen sollte.

Der Versuch einer Antwort kam von der Psychologin. Dabei aber verriet sie noch mehr über die Details des Rituals. Als sie erklärte, daß die Kinder tatsächlich noch am Leben waren, als man ihnen das Herz herausschnitt, weiteten sich Alekseys Augen und er griff sich an den Mund als müsse er einen Schrei unterdrücken. Stattdessen flüsterte er jedoch nur: „Oh Gott...die armen Kinder...“

Was er selbst gehört hatte, das waren Märchen gewesen und für ein Kind waren sie gruselig genug gewesen ohne solche Einzelheiten, aber alles das, was Miss Morgan über das Ritual weitererzählte machte für den erwachsenen Aleksey Sinn.

Trotz dessen, was sich Aleksey vorgenommen hatte, sich bedeckt zu halten, entlockte der letzte Kommentar der Psychologin ihm ebenfalls eine Antwort. „Ist ja auch kein Wunder. Die letzte Hexenverbrennung hier liegt schließlich fast 300 Jahre zurück. Heute glaubt doch eh kaum einer mehr daran, daß es sie gibt.“ Nun gut, seine Worte konnten so, oder so genommen werden. Er hielt jetzt aber wirklich besser den Mund, entschied Aleksey.
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Re: [RPG] C.O.P.S. - Cases of Paranormal Suspect

Beitrag von Draugluin » 9. Februar 2015, 20:26

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Marc sah Tess hinterher, als diese bei seinem Bericht plötzlich aufstand, um sich einen Kaffee zu holen. Die gefüllten Kannen standen mitten auf dem Tisch, aber ihm war klar, dass sie ein wenig Abstand brauchte, weil die Erinnerung sie vermutlich wieder mit voller Wucht gepackt hatten.

Als er geendet hatte, trafen sich ihre Blicke wieder und er registrierte, dass sich langsam in ihrem Gesicht die Farbe wieder normalisierte.

Auf Officer Iktymbaev's gestammelte Antwort lächelte Marc leicht. “Nicht ganz so förmlich, junger Mann. Wenn wir zusammenarbeiten, werden wir ein Team sein und da lege ich keinen Wert auf eine solche Anrede. “ Bis sie einander voll vertrauten, würde eine Weile vergehen und er fand, dass es angenehmer war, wenn man mit dem persönlichen Umgang etwas lockerer umging.

Scotts Frage war berechtigt, auch wenn sie selbst nur eine vage Vermutung als Antwort hatten. Tess übernahm die Beantwortung der Frage und er nutzte die Gelegenheit, sie zu betrachten.
Ihr Bericht über das Ritual drang trotzdem zu ihm durch und die Bilder der toten Kinder tauchten wieder vor seinem inneren Auge auf.
Aleksey war ziemlich geschockt von dem, was er hörte und gab sich auch keine Mühe, das zu verbergen.

“Wenn es Sie beruhigt, die Kinder schienen dabei keine Schmerzen gehabt zu haben. Man hat an keinem der Kinder Zeichen von Abwehrreaktionen erkennen können. Ich fand einen kleinen Jungen im Gebüsch. Sein Tod war nur kurze Zeit vorher eingetreten und er hatte einen friedlichen Ausdruck auf dem Gesicht, fast, als schlief er. “ Der Schmerz der zurückgebliebenen Eltern allerdings war um so grösser gewesen.

“Die Hexe war ganz offenbar auch in der Lage, eine andere, den Kindern bekannte, Gestalt anzunehmen. Wir wissen von einem Mädchen, die mit ihrer Grossmutter gesehen wurde, obwohl diese sich zu dem besagten Zeitpunkt in ihrer Wohnung befand. Ein anderes Mädchen ist mit einem ihr bekannten Mann mitgegangen und auch dieser war definitiv nicht dort. “

Alekseys Worte sorgten dafür, dass ihm eine Frage auf der Zunge brannte. “Aber Sie glauben an Hexen, Aleksey?“ Aufmerksam betrachtete er den jungen Mann.
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Re: [RPG] C.O.P.S. - Cases of Paranormal Suspect

Beitrag von Eriassa » 12. Februar 2015, 18:41

Damien

Die Seelentante beantwortete seine Fragen, zumindest so gut es ging, denn das angenommene Übersinnliche, mit dem sich wohl keiner auskannte, machte alles sehr vage.
Aber es schien doch um Rituale zu gehen. Solche Leute waren wirklich krank.
Gut, Scott hatte auch seine Rituale, nach dem Weckerklingeln erstmal strecken und Eier kratzen, nie aus dem Haus gehen ohne die Waffe gecheckt zu haben und selbige auch immer nach dem Dienst reinigen, aber das brachte niemanden um.
Daß sich das eine Opfer aber auch nicht an die Entführung erinnern konnte, war für die Polizei zwar ärgerlich, für es selbst aber sicher ein Segen.
Während die Frau sprach, schraubte sie an ihrem Ring herum und Damien konnte sehen, daß die Wiederholung des Gesehenen und Geschehenen immer noch an ihr nagte. Sein Verstand weigerte sich immer noch, an so etwas wie Übernatürlichen und Hexen zu glauben, aber andererseits war das, was er gesehen nicht logisch erklärbar. Zumindest im Moment nicht.
“Na, das war ja klar“ , murmelte er kopfschüttelnd, als die Sprache darauf kam, daß dieses abstoßende Ritual dazu diente, die Frau zu verjüngen. “Miststück!“ schob er noch leise hinterher. Gut, daß Lawrence sie plattgemacht hatte.
Leider traf auch sein Gedanke, daß die Herzen womöglich noch geschlagen hatten, offenbar zu. Damiens Kiefer mahlte. Die armen Kinder!
Das Bürschchen, Aleks, wie Scott ihn für sich nannte, sah das genauso und er kam sogar mit noch mehr Informationen rüber. “Reden wir hier über sowas wie Salem oder wie“ fragte er in die Runde. Echt jetzt?!
Aber ja, vielleicht hatte die Doktorin recht und die Hexe WAR überheblich gewesen. Wieso auch nicht, wenn man anscheinend nichts zu fürchten hatte?! Doch sogar sie war eines Besseren belehrt worden, sonst hätte Lawrence sie ja nicht doch erledigen können.
Ein Zeichen dafür, daß die Überheblichkeit der Hexe wohl angebracht war, daß sie andere Gestalten annehmen konnte, wie Lawrence erläuterte. Noch immer sträubte sich etwas in Scott, an so etwas zu glauben, doch der Widerstand wurde schwächer.
Lawrence hatte auch erzählt, daß die Kinder offenbar nicht hatten leiden müssen. Das war ja wenigstens etwas, machte die Sache aber grundsätzlich nicht besser. Es waren immer noch Kinder!
“Sie hat ein Kind in einem Gebüsch abgelegt?“ hakte Damien nach. “Mit einem Loch in der Brust? Das macht für mich irgendwie keinen Sinn.“ Er sah wieder von einem zum anderen. “Wenn sie so starke Kräfte gehabt hatte …“ , da war es wieder das Sträuben, “dann hätte sie das Kind doch einfach GANZ verschwinden lassen können. Dann wäre sie vielleicht als vermißt gemeldet worden, aber die Spur hätte vielleicht nicht zu ihr geführt.“
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Re: [RPG] C.O.P.S. - Cases of Paranormal Suspect

Beitrag von Sionnach » 14. Februar 2015, 01:15

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Die entsetzte Reaktion des jungen Officers konnte sie mehr als gut nachvollziehen. Ihr lief es jedes Mal wieder kalt den Rücken herunter, wenn sie an dieses kranke Ritual dachte und sie war nur froh zu wissen, dass ihr Kind sicher und glücklich im Kindergarten war und darauf fieberte als Fee verkleidet zu werden. So würde es vermutlich allen Eltern gehen. Und irgendwie half auch der Gedanke, dass die Kinder vermutlich den Schmerz nicht wirklich mitbekommen hatten rein gar nichts, tot blieb tot. Eine ebenso einfache wie bittere Wahrheit.
Ihr Blick flog zu Marc herum, als der die anderen darüber in Kenntnis setzte, dass diese „Hexe“ offenbar ihre Gestalt verändern konnte und blieb auch eine ganze Weile auf ihm ruhen, während sie das Gespräch weiter verfolgte.

Auf die Antwort ob Iktymbaev an Hexen glaubte, war sie aber auch gespannt. Nein, anders. Sein ganzes Verhalten legte nahe, das er daran glaubte. Sie war vielmehr gespannt darauf ob er es zugeben würde.
Ganz im Gegensatz dazu machte Scott recht deutlich, dass er nach wie vor nicht wirklich 100% überzeugt war. Er machte allerdings auch keinen Hehl aus dem Abscheu der Tat gegenüber, das war doch ein guter Anfang fand sie.
“Das es in der Vergangenheit Hexenprozesse und daraus resultierend Hinrichtungen gegeben hat ist unstreitig eine Tatsache. Lassen wir mal dahingestellt sein ob es sich dabei um „echte“ Hexen gehandelt hat. Damals haben offensichtlich genug Menschen an Hexerei geglaubt, das man damals dafür zur Rechenschaft gezogen werden konnte.
Heute: Ich denke wenn man 100 Leute fragt, werden mehr als 90 behaupten Hexerei sei ein Ammenmärchen! Wenn es also so etwas wie Hexen gibt - und glauben Sie mir bis vor einem Jahr hätte, auch ich, jeden der das behauptet wegen einer ernsten Psychose in Behandlung überstellt...
Aber eine andere Erklärung für alles was geschehen war, hatte sie einfach nicht gefunden. “Aber was könnte ein besserer Schutz sein, als das die Menschen ohnehin nicht mehr daran glauben. Eine bessere „Tarnung“ kann es doch gar nicht geben!“ , verteidigte sie die Worte des Officers, dem sie einfach nur zustimmen konnte.

Sie runzelte die Stirn, wieso machte es keinen Sinn das Kind in einem Gebüsch abzulegen. Als Scott weitersprach schüttelte sie den Kopf. “Wie Mr. Grayson eingangs schon erwähnt hat, wurden die Leichname so abgelegt, dass sie die Spitzen desselben Symbols bildeten wie ihnen auch in die Stirn gebrannt war. Es ist irgendwie ein Teil dieses Rituals … Rituale waren einfach immer mit einem gehörigen Pathos behaftet, selbst in etablierten Religionsgemeinschaften.

“Wie „mächtig“ sie wirklich war oder was genau sie noch für Fähigkeiten hatte oder nicht hatte, sind Fragen die Ihnen hier niemand beantworten können wird Sergeant .“ Was letztlich auch einer der Gründe war, weswegen, sie jemanden wie Scott hier verdammt gut brauchen könnten, jemanden von dem man hoffen konnte, dass er nicht durchdrehte, wenn er mit irrationalen Kräften konfrontiert wurde sondern dann geistesgegenwärtig genug war sich dennoch seiner Haut zu erwehren und seinen Partnern Rückendeckung zu geben. “ Ich denke mit normaler Logik werden wir dem Ganzen auch nicht komplett auf den Grund gehen können.“ Auch wenn sie im letzten halben Jahr eine Menge Zeit gehabt hatte sich Wissen in dem Bereich den man gemeinhin unter „Parapyschologie“ nannte anzueignen, blieben dennoch eine Menge Fragezeichen im Grunde waren sie vielleicht sogar eher mehr geworden.

Ernst blickte sie die beiden Cops an, die Frage die sich hier aber gerade stellte war: Glaubten sie dem was sie hier zusehen bekommen hatten genug, um ein Teil dieser Einheit werden zu wollen.
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Re: [RPG] C.O.P.S. - Cases of Paranormal Suspect

Beitrag von Éthelwyn » 14. Februar 2015, 13:41

Bild Aleksey

Auf die nächsten Worte des Lieutenants war Aleksey wirklich nicht gefaßt. Als der meinte, er solle nicht ganz so förmlich sein, wenn sie doch bald ein Team bilden würden, wurden seine Augen größer.

“Wir...wir werden ein Team?” , murmelte er ungläubig. Sicher, man hatte ihn versetzt und er war in diesen Raum geschickt worden, aber...aber das hier sollte eine Spezial Einheit werden... Er war doch nur ein kleines Licht, ein Rookie und sein altes Revier hatte ihn doch nur abschieben wollen. Auch wenn der Commander anfangs behauptet hatte, daß sie alle Empfehlungen ihrer Vorgesetzten erhalten hatten, konnte es sich bei ihm doch nur um einen Irrtum handeln...sicherlich...oder?

Zu erfahren, daß die Kinder wenigstens keine Angst oder Schmerzen erfuhren, während sie getötet wurden, war eine minimale Erleichterung. Trotzdem war ihnen ihr Leben genommen worden, bevor es anfangen konnte. Sie waren geopfert worden nur um ein einziges, gieriges Leben zu verlängern.

Der Lieutenant erklärte dann weiter, daß die Kinder wohl glaubten mit Menschen mitgegangen zu sein, die sie gut kannten. Das war keine einfache Illusion, denn auch das Umfeld, die Zeugen schienen eben diese Personen gesehen zu haben. Was nützte es da den Kindern einzubläuen nicht mit Fremden mitzugehen? Gar nichts. Aber auch eben diese Tricks waren Teil der Märchen gewesen, die ihm erzählt wurden. Als kleiner Junge hatte er deshalb auch immer gefragt was denn ihr Lieblingsessen sei, bevor er mit seiner Großmutter aus dem Kindergarten nach Hause ging. Nur wenn er Piroschki hörte, was natürlich immer der Fall war, ging er auch mit. Aber es war immer ein lustiges Spiel gewesen, weil sie es wie ein Geheimnis verriet und ihn dabei kitzelte. Vielleicht hatte dieses Spiel jedoch einen ernsteren Hintergrund als er je angenommen hatte.

Noch während Aleksey eben diesen Gedanken nachhing, fixierte ihn der Lieutenant plötzlich und fragte ihn ganz direkt, ob er an Hexen glaubte. Gleichzeitig fragte der Sergeant ob er von Salem sprach und Aleksey nickte.

„Ja, hier in den Staaten wurden die letzten Todesurteile über Hexen vor fast 300 Jahren in Salem gesprochen. In anderen Ländern sieht das anders aus, aber wie Dr. Morgan gerade sagte, ist die Hexenverfolgung hier bereits so lange her, daß fast niemand mehr an ihre Existenz glaubt. Unter diesen Bedingungen ist es doch sehr leicht für sie frei zu operieren und eine gewisse Arroganz dabei zur Schau zu stellen, meinen sie nicht?“


Auch Doktor Morgan schlug in dieselbe Kerbe. Als der Sergeant sich plötzlich verwundert darüber zeigte, daß die Kinder einfach so im Gebüsch abgelegt wurden. Aleksey schüttelte den Kopf. Hatte der andere Mann nicht richtig zugehört? Um das magische Zeichen des Pentagramms zu bilden, gehörte eben diese Praxis essentiell dazu. Eben genau dieses erklärte die Psychologin dann auch noch einmal für den Sergeant. Dabei fiel Aleksey auf, daß der Lieutenant ihn noch immer eingehend fixierte und er atmete tief durch. Die Frage des Mannes war noch immer offen und Aleksey war nicht zu einem Lügner erzogen worden. Auf eine direkte Frage konnte er nicht einfach eine falsche Antwort geben. Nach allem, was er bereits zu dem Thema geäußert hatte, war es wohl sowieso sinnlos. Die einzige Hoffnung an die er sich klammern konnte war das, was Doktor Morgan eben gesagt hatte, daß die Fakten ihr keine andere Lösung geboten hatten, als selbst daran zu glauben.

Trotzdem konnte er ein schmerzlich schiefes Grinsen nicht unterbinden als er antwortete. „Nachdem Dr. Morgan selbst zugibt, daß sie Menschen einweisen würde, die an Hexerei glauben, soll ich es zugeben?“ Aleksey biss sich kurz auf die Unterlippe bevor er nickte. „Meine Großmutter...sie war ein Medium. Ich bin aufgewachsen mit Geschichten über Hexen und andere Wesen und...nun ja Übersinnliches um es so zusammenzufassen. Ich habe nie eine Hexe gesehen, zumindest nicht, daß ich es wüßte und als ich älter wurde, hielt ich manches für ein Märchen, aber...ja, ich glaube daran, daß es weit mehr Wesen und Mächte gibt, als die moderne Wissenschaft zu beweisen in der Lage ist“ , erklärte er seinen Glauben ein wenig wage.

Ein wenig unsicher blickte er in die Runde. Hatte er schon zu viel gesagt, oder war das hier wirklich der Ort, an dem er mit seinem Glauben offen umgehen konnte ohne dafür als irrer Außenseiter abgestempelt und gemieden zu werden?
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Re: [RPG] C.O.P.S. - Cases of Paranormal Suspect

Beitrag von Draugluin » 19. Februar 2015, 15:29

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Man konnte sehen, dass es Scott nicht kaltließ, was die Frau mit den Kindern angestellt hatte. Für Aleksey galt das Gleiche. Aber als Cop brauchte es eine gewisse Menschlichkeit, um seinen Mitmenschen zu helfen, sonst brauchte niemand überhaupt einen Gedanken daran verschwenden, zur Polizei zu gehen. Allerdings musste er auch hart genug sein, gegen die zu gehen, die Unheil anrichteten, ganz besonders, wenn denen diese Menschlichkeit gänzlich fehlte, so wie sie es bereits erlebt hatten. Bei Scott konnte er sich das gut vorstellen, er hoffte nur, dass Aleksej andere Qualitäten vorweisen konnte, denn dass der junge Mann auf einen Gegner schoss oder ihn wenigstens mit seinem Schlagstock attackierte, konnte er sich noch nicht so recht vorstellen.

Aleksey sagte leise etwas. Dazu nickte er langsam. Sie würden ein Team werden, weil sie gar keine andere Wahl hatten und weil Marc Frank vertraute, dass dieser die richtigen Männer für ihr Einsatzkommando ausgewählt hatte.

Er nickte kaum merklich, als Salem und Hexenverbrennung mehrfach erwähnt wurde und sah zu Tess, während sie sprach. Warum die Hexe nun so gehandelt hat, wie sie es getan hatte, konnte niemand nachvollziehen und Tess erläuterte für den Mann noch einmal ihre Worte bezüglich des Rituals, während er seinen Blick wieder einmal über ihre anmutige Gestalt gleiten liess.
Allerdings runzelte er die Stirn, als Scott weitersprach. Entweder hatte er nicht zugehört oder er nahm die Sache nicht erst genug. “Das hier ist Realität, Scott, wir machen dass ganz sicher nicht, um Leute wie Sie auf den Arm zu nehmen.“ grummelte er.

Die Arroganz der Hexe war durchaus nachvollziehbar. “Um so wichtiger, meine Herren, dass wir gewappnet sind gegen alle Arten menschlicher Charakterzüge.“ Die Hexe war zu den Kinder schliesslich offenbar auch noch nett und liebenswürdig gewesen. Ihr Chef hatte ihr vertraut, das waren Dinge, die einen nicht leichtfertig an Übersinnliches glauben liessen.
“Diese Frau hatte einen Job als Kinderarzthelferin, man hat ihr vertraut. Ich will nicht, dass wir mit übermäßiger Skepsis allen Menschen gegenübertreten, aber ich erwarte ein gesundes Maß davon.“

Alekseys Worte ließen ihn allerdings leicht grinsen. “Das war vor einem Jahr, Aleksey, heute sieht auch sie das anders.“ Ein lächelnder Blick traf die Doktorin. Sie sah seit diesem Jahr so vieles ganz anders, aber das gehörte hier nicht her.
Dann richtete er seine Aufmerksamkeit wieder auf den jungen Mann, der gerade seine Eintrittskarte für ihr Team laut ausgesprochen hatte. “Das ist gut.“ nickte er.



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Frank hatte die Unterhaltung und Diskussion stumm verfolgt. Er brauchte beide Neuen. Den jüngeren, weil er überzeugt war und den Älteren, weil er genau das nicht war.

“Gibt es sonst noch offene Fragen, meine Herren?“ fragte er in die Runde und sah kurz zu Dr. Morgan. “... und meine Dame?“ lächelte er.
“Ansonsten möchte ich von Ihnen eine Entscheidung, ob Sie dabei sind oder nicht. Und zwar jetzt und hier.“ Er warf einen Blick auf seine Armbanduhr. “Ich habe gleich noch ein Meeting mit meinen Vorgesetzten und ich komme ungern zu spät.“
Mit einem Zug leerte er sein Glas und stellte es vor sich ab.
“Ich erwarte Sie alle am Montag um 8 Uhr zum Dienstbeginn. Frank erhob sich mit fragendem Blick in die Runde.
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