Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

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Liandri
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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Liandri » 29. Juni 2017, 12:48

Nihilus do Nahanil / Tuor Amandil - Waldrand
nihilus hatte sich, nachdem die Wachen verschwunden waren, wieder umgedreht. In einiger Entfernung war der Schrei eines Falken zu hören, der langsam näher kam. "Halt die Klappe..." murmelte der Sidhe und beobachtete, wie das Tier sanft vor seinen Füßen landete. Er erkannte, dass es das Vieh der Bogenschützin Mhari war. "Was? Soll ich dich jetzt auch noch beschützen?" Der Vogel legte seinen Kopf schräg und sah den Sidhe mit großen Augen an, klackerte dabei sanft mit seinem Schnabel. "Jaja schon gut. Aber sei leise dabei..."
Weniger hundert Meter weiter spürte Tuor, wie die Magie förmlich aus ihm rausgezogen wurde. Panik keimte in seinem tiefsten Inneren. Wie hatte er nur glauben können, dass dieser Plan auch nur ansatzweise hätte funktionieren sollen? Er fühlte, wie sein Gesicht wieder das alte wurde, wie sich seine Statur wieder in die richtige wandelte. In einer anderen Situation wäre er vermutlich stolz gewesen, dass aus dem hässlichen Menschen mit der Metzgerfratze ein gertenschlanker, durchtrainierter Arborim mit haselnussbraunen Augen wurde, die scharf alles beobachteten, was sich in seiner Umgebung abspielte. Es dauerte keine fünf Minuten, da begannen die ersten Wachen, ihn des Mordes am weißen Raben zu bezichtigen. Er schnaubte, versuchte vergeblich, sich zu befreien. Seine Mühen waren ohnehin weit weniger enthusiastisch, als dafür notwendig gewesen wäre. Er schüttelte sich, sein Kopf schoss pfeilschnell von der einen Seite zu anderen, während er einen Fluchtweg auszumachen versuchte. "Ich. Habe. Nichts. Getan!" bellte er laut. Wie konnten die Menschen nur so ungerecht sein, wollte er doch nichts als helfen.
Sein Blick suchte den des alten Mannes, kurz, kurz genug, damit niemand verdacht schöpfen konnte, aber doch lange genug, damit Masamune verstand, dass er nun gefragt war.
Nihilus beobachtete die Szene. Er seufzte. Langsam bestieg er sein Pferd und näherte sich mit leisen Schritten dem Lager der Menschen. Dem Falken hatte er befohlen, seine Herrin zu beobachten und notfalls für Verwirrung zu sorgen. So wie auch er es vor hatte, sollten die Dinge aus dem Ruder laufen. Dunkle kräfte bauten sich in seinem Inneren auf, während seine scharfen Augen Fariba suchten, sich vergewisserten, dass alles in Ordnung war.
Hach, heute ist wieder so ein Tag, an dem man rumsitzt und denkt:
"Hach, wieder so ein Tag, an dem man rumsitzt und denkt..."

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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Liandri » 3. Juli 2017, 22:48

Anor der Gerechte / Adrian Skavandir / Lord Vesthari / Hanir von den Haestrom Landen / Lordin Falkenauge - Auf dem Weg zum Tempel
Es war nichts heroisches daran, in die Schlacht zu ziehen. Von Fanfaren und Trompeten begleitet wurden nur Garden und jene Wesen jeglicher Rasse, die zwar glänzende Rüstungen trugen, aber niemals ein Schwert zum Kampf erhoben. Die wahren Krieger, all diese verlorenen Seelen, die ausgebildet waren, um anderer Leute Leben zu rauben, kehrten in Stille zu den Kriegsschauplätzen. Sie wussten, dass kein Lied, kein Gebet, kein Satz, ja noch nicht einmal ein Wort das ausdrücken konnten, was man fühlte, wenn man in den Kampf marschierte. Den Tunnel, die Leere, das Gefühl, dass die gesamte Welt auf den einen Weg zusammengeschrumpft war, auf dem man gerade wandelte. Manche mochten an ihre Familie denken, manche an die Gegner, die auf sie warteten, doch letztlich spielte sich alles gleich ab in den Köpfen der Soldaten. Die Gedanken flogen durch ihre Sinne, verwoben sich zu einem Ball aus unterdrückten Emotionen und ließen eine Welt zurück, die sich falsch anfühlte. Wie als würde man durch einen Ort schreiten, der von Geistern erschaffen wurde.
Es war leise in den Wäldern Arboreas. Verdammt leise, wenn man bedachte, wie dieser Walt sonst fast zu verglühen schien in den wogenden Lauten all der verschiedener Tiere, die ihn ihr zu Hause nannten. Es war, als würde der Walt das knistern spüren, als würde er fühlen, wie die Lunte langsam herabbrannte und sich immer mehr dem Ort näherte, an dem alles in ein rauschendes Inferno aufgehen würde.
Adrian blickte von seinen Gedanken auf. Ein grinsen hatte sich über seine Lippen gelegt, als er daran dachte, dass sie gerade die Lunte waren, die sich brennend ihren Weg nach vorne bahnte. Schon seit einigen Stunden waren sie unterwegs, auf dem Weg zu vas Drogos Tempel, um den Informationen der Spitzohren auf den Grund zu gehen. Es war schon surreal genug, dass sich Falkengarde, Schwarzwacht, Wächter und ein Söldner zusammengetan hatten, um einen Urelfen Tempel zu stürmen, der auf dem Gebiet der Waldelfen lag und von jenen mit Argusaugen gehütet wurde.
Der Wald war an dieser Stelle sehr düster geworden, da die Bäume, welche uralt zu sein schienen, nah beieinander standen und weit in den Himmel reichten. Vereinzelt konnte man Steine auf dem Weg ausmachen, die den Anschein machten, als wäre hier einmal eine gepflasterte Straße gewesen. Nichts, was wirklich gut zu den Waldelfen passte, die sonst alles aus ihrer Waldmagie erschufen. Wenn man sich die Steine so ansah, konnte man aber auch genauso gut glauben, dass der Weg, den sie gingen, um ein vielfaches Älter war als die ganze Rasse der Arborim selbst.
Ein grünlicher Schimmer reflektierte an all den Rüstungen und Schildern der Soldaten das farbenfrohe Spiel, das die Barrieremagier für den Schutz der Truppe erschufen. Genau genommen verlieh dieser Schimmer dem ganzen noch einmal einen angsteinflößenderen Schein. Wenn Adrian so darüber nachdachte, hätte er jetzt liebend gerne auf irgendetwas mit seinem Schwert eingeschlagen. Die Wolfselfen hatten sich bisher erstaunlich ruhig gehalten, nur wenige hatten versucht, die Barrieren der Magier zu durchbrechen und jene, die es irgendwie schafften, waren so ausgelaugt, dass sie leichte Beute waren für all die Elitesoldaten, mit denen sie hier unterwegs waren.
Die Barrieremagier selbst konnten ihre Magie nicht permanent wirken, stattdessen entluden immer nur zwei gleichzeitig einen Teil ihrer Magie, während sich die anderen schonten und fast schon tranceartig vor sich hinmurmelten, um ihre Konzentration hoch zu halten. Wann immer eine Barriere zu flackern begann, traten zwei andere Magier hervor und erschufen eine neue Barriere, während die alte fiel.
Anor hatte Donnerstoß fest in den Händen. Das immer noch halb verdorbene Schwert spiegelte den grünen Schleier der Barriere als einziges nicht wieder, sondern verströmte wie immer seinen leicht bläulichen Schimmer.
Die Schritte hallten laut in dem Wald. Dass alle nur mit gedämpfter Stimme sprachen, ergab deswegen tatsächlich nur wenig Sinn.
"Der Tempel ist nur noch eine gute halbe Stunde entfernt." sprach Lordin Falkenauge skeptisch. Auch der Söldner hatte seine zwei Schwerter gezogen. Er bildete zusammen mit Anor, Titan, Vesthari und Hanir die Spitze des Trupps. "Die Wolfselfen sind überraschend still." meinte Hanir. Er und Vesthari sahen eher aus, als würden sie einen Spaziergang machen.
"Werden wir die Barrieren im Tempel aufrecht erhalten?" fragte der Paladin. Er kannte die Antwort bereits. "Der Tempel ist zu weitläufig. Die Barrieremagier würden nicht lange standhalten. Wir werden die Eingangshalle einnehmen und dann die Eingänge versiegeln. Wir können ohnehin nicht mit allen hundert Mann zusammen durch den Tempel spazieren." erwiderte Vesthari.
Eine halbe Stunde später begannen die Bäume, weiter von einander entfernt zu liegen und es machte den Anschein, als wären sie perfekt symmetrisch zu einander platziert worden. Alle Augen waren aber auf das gerichtet, was sich da vor ihnen allen erhob. Zwei gewaltige Statuen ragten in den Himmel, beide so hoch wie die Bäume um sie herum, während der Tempel hinter ihnen nahezu flach schien, da er wohl hauptsächlich ins Erdreich hinein gegraben wurde. Die Statuen selbst, einer der beiden fehlte der Kopf, während die andere ein exotisches, aber eindeutig elfisches Gesicht trug, hatten beide Hände zu einer Schale geformt und in diesen Schalen lagen zwei Kugeln, von denen dunkle rauchschwaden empor gingen. Und auch wenn das Gesamtbild irgendwie Sinn ergab, so konnte man doch deutlich erkennen, dass diese Hände etwas anderes in sich tragen sollten als diese beiden Kugeln. Als sie durch die Statuen hindurchschritten, lösten sich die Barrieren der Sidhe augenscheinlich auf und die Kugeln begannen zu pulsieren.
Vesthari hob einen Arm und murmelte ein paar unverständliche Worte. Lichtkegel stoben aus seinen Handflächen empor und verschwanden sogleich in die Finsternis des Waldes. "Ich kenne diese Steine. Kontrollkugeln. Die Zwerge haben sie erfunden und mit elfischer Magie versehen lassen, um ihre Sklaven effizienter Arbeiten zu lassen. Sie sind seit Jahrhunderten verboten."
"Können sie auch uns kontrollieren?" fragte Adrian und griff instinktiv nach der Naemys Hand. Insgeheim aber faszinierten ihn diese Kugeln jetzt schon. Was würde er dafür geben, so eine in die Finger zu bekommen. Allerdings waren sie etwas groß, um sie einfach mitzunehmen. Gerade wollte er wieder etwas sagen, da schoss ein einzelner Wolfself aus dem Unterholz und rannte vor den Eingang des Tempels. Erst jetzt schien er die große Anzahl von Feinden zu bemerken, die da direkt vor seiner Schnauze stand. Etwas verwirrt, aber mit grauenhaft schmerzerfüllter Miene stand er da und blickte Vesthari, Anor und Co. direkt ins Gesicht. "H....rrrrgh." röchelte er angestrengt. Dann, mit einer Kehle, die niemals fürs reden geschaffen war, sagte der Wolfelf: "Helft uns..."
Danach drehte er sich um und verschwand im Tempel.
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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Epikur » 13. Juli 2017, 21:04

Das Lager in der Ebene

Diverse Soldaten / Masamune


Der Oberst kniff die Augen zusammen. Die Anwesenheit des Waldelfen hatte ein großes Problem geschaffen. Einerseits wusste er, dass er den Waldelfen nicht pauschal für den Tod des Grafen verantwortlich machen konnte, andererseits waren viele seiner Soldaten hier Freunde und Untergebene des toten Grafen, die Rache und Gerechtigkeit wollten. Er sah den so anders aussehenden Waldelfen an; sie sahen so jung aus, auch wenn der Waldelf wahrscheinlich dreimal so alt war wie er.
" Legt ihm eine Magiekette an. Dann fesselt ihn. Wir werden morgen über ihn richten, wenn der Fürst ankommt." Er ging auf den Elfen zu, packte ihn am Kragen.
" Bis dahin bist du unser Gefangener. Du konntest dir wahrlich keinen schlechteren Zeitpunkt aussuchen. Die Ostlande haben das Kriegsrecht ausgerufen. Nehmt ihn mit." er ließ den Waldelfen los, der Spürer griff an seinen Gürtel und legte ihm eine der magieunterdrückenden Ketten an. Als sie um seinen Hals lag, begann sie grau zu leuchten, ein Zeichen, dass die Windmagie unterdrückt wurde. Dann kamen izwei Soldaten mit schweren Eisenketten und nahmen den Waldelfen mit in einen provisorische Zelle aus Holz.
" Bis morgen, Waldelf. Sag deine Gebete." sie lachten, dann gingen sie wieder.
Der Oberst seufzte.
" Ich bedaure Euren Verlust", er zögerte, überlegte " Maria. Kommt an unser Lagerfeuer und seid unsere Gäste heute Nacht. Morgen wird Gerechtigkeit geübt werden, das verspreche ich Euch." Er deutete in Richtung des Lagerfeuers, dann lief er los.
Der junge Soldat nickte.
" Ich verstehe." Er deutete auf ein leerstehendes Zelt.
" Dort werdet Ihr Ruhe finden, wenn Ihr doch Hunger bekommt, so lasst es mich wissen." Mit leicht errötetem Gesicht löste er sich von Mhari und ging zu seinen Kameraden am Lagerfeuer. DIe anderen Soldaten begleiteten die übrigen Gruppenmitglieder ans Feuer, wo bereits ein großer Suppentopf aufgesetzt wurde.
Masamune sah erneut auffordernd zu Fariba. Sie musste etwas wegen Tuor tun.

Auf dem Weg zum Tempel

Titan


Die Natur war vielseitig, sie war verschwenderisch und großzügig und sie wuchs, wie sie gerade wollte, wohin sie wollte und über wen sie wollte. Steine, Bäche, Leichen. Sie hatte ihre eigene, chaotische Ordnung. Es waren die Völker, die dieser Ordnung ihre eigene Ordnung aufdrückten und die Natur zwangen, sich anzupassen. Die Menschen vielleicht am meisten und die Waldelfen am wenigsten, doch sie taten es. Doch hier gab es keine Kultur. Dies war die zurückgekehrte Reinform. Kein gepflasterten Strassen, keine Markierungen, keine Gasthäuser am Wegesrand. Nur ein Trampelpfad, voller stachliger Büsche, keine Zivilisation weit und breit. Hier in diesem Dickicht waren die Wolfselfen zuhause, hier waren sie souverän.
Und das gefiel Titan nicht im geringsten. Er vermutete, wäre es nicht für die Barrieremagier und ihre kluge Taktik gewesen, wären sie schon lange angegriffen worden. Warum hielten die Wolfselfen sich zurück? Sie waren viele und könnten die Barrieremagier ermüden, bis sie zu ihnen hindurchgebrochen waren. Er traute dem Frieden nicht. Erst recht nicht, als sie den Tempel erreichten.
" Zu leicht." flüsterte er, laut genug jedoch, dass er von Vesthari gehört wurde.
Der Tempel kam in Sicht und mit ihm die Statuen und das Leuchten, das sie von sich gaben. Vesthari sprach es aus. Kontrollkugeln. Titan hatte nur von ihnen gelesen, sie nie gesehen, selbst als er bei den Zwergen war. Sie waren verbannt, magische Sklavenketten. Undenkbar.
Und doch hier.
Seine Gedanken wurden von dem Wolfselfen unterbrochen. Er kniff die Augen zusammen, seine Hand an seinem Schwert. Der Wolfself verschwand im Tempel, röchelnd.
" Eine Falle." sprach er laut den Gedanken aus.
" Es kann nicht mehr deutlicher angezeigt werden. Sobald wir den Tempel betreten, verlieren wir die meisten unserer Vorteile."
Auf der anderen Seite, welche Wahl hatten sie?
" Was denkt Ihr, Mensch Anor?"

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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Selenja » 17. Juli 2017, 22:48

Fariba – Das Lager in der Ebene

Die Hand auf ihrer Schulter brannte wie Feuer. Natürlich war wie immer alles zum Wohle aller aber sie betrog hier gerade das Mitgefühl eines Oberst inmitten seiner Soldaten. Und setzte dabei eine Vielzahl an Leben aufs Spiel. Wie passend, dass Masamune sie genau darauf mit immer subitleren Hinweisen immer wieder hinweisen musste. “Ich danke Euch für Euer Verständnis, Oberst.” Mehr musste sie glücklicherweise nicht beantworten, den Tuors Tarnung war aufgeflogen. Oha, glücklicherweise, so wählte ihr Kopf also schon seine Worte, wenn er die Chance witterte die Aufmerksamkeit von ihr zu lenken. Was war schon ein Leben dabei. Fast schon hoffte sie Nihilus würde einfach das gesamte Lager im Alleingang stürmen. Es schüttelte sie und sie brachte das nötige Entsetzen für die Situation auf. Sie war dem Oberst ein Stück gefolgt, hielt sich aber hinter ihm während sie Tuor anstarte wie das letzte Einhorn sein Spiegelbild. Das wiederum natürlich seinen Vater umgebracht hat.
“Ich..ich verstehe nicht”, stotterte sie ein wenig vor sich hin und lies sich dann Richtung Lagerfeuer führen. Unglücklicherweise war der Oberst weitergelaufen, sodass sie ein paar Schritte für ihr Schauspiel laufen musste, um wieder auf seiner Höhe zu sein. Herrje, bildete sie sich das ein oder lagen gerade wirklich alle Blicke auf ihr? Hätte sie nicht, verdammt nochmal, einfach schlafen können?! “Oberst.” Sie waren kurz vor dem Lagerfeuer. Die Stimmung, die dort unter den Soldaten herrschte lies ihr bang um Tuor werden. Diese Männer wollten Blut sehen, ob es schuldig war oder nicht. Und sie hatten ihn schuldig gemacht. Sie legte dem Mann zaghaft eine Hand auf den Arm, zog sie jedoch schnell wieder weg nachdem sie seine Aufmerksamkeit gewonnen hatte. “Oberst, ich kann euch nicht sagen wie dankbar ich euch für euer Verständnis und eure Hilfe bin. Wirklich.” Sie schluckte. Denk nach. Denk nach. “Ich verstehe nicht was hier vor sich geht. Was dieser Me-dieser Mann bezweckt. Aber wenn er ein Elf ist, ist er vielleicht die einzige Perspektive, die meiner Familie noch bleibt.” Sie sah in Richtung des Feuers. Ihrer Familie. “Ich muss an unsere Zukunft denken, so sehr ich ihm auch..auch.” Sie schluckte, ja fast schon ein ehrliches Schluchzen. “Ich möchte mein Recht bei seiner Königin einfordern, es darf nicht an euch sein meine Familie zu rächen.”
Sie mussten aus diesem Lager. Schnell. Die Soldaten erwarteten den Fürsten mit dem Rest ihres Heers morgen. Ihnen lief also die Zeit davon, außerdem bestand noch immer die Gefahr, dass Zodan unter ihnen war. Maria – scheinbar war ihr wirklich kein kreativerer Name eingefallen, der Oberst selbst stutzte schon, aber sie hatte doch irgendetwas sagen müssen. Sollten bekannte Namen der Wächter mit diesem absurden Aufenthalt in Verbindung gebracht werden würde das die Lage nur noch verkomplizieren. Sie mussten aus diesem Lager. Der Gedanke an die Nacht hier lies sie ihr Herz schon jetzt schneller schlagen. "Der Wind legt zu. Achtet darauf, nicht gegen die Felsen zu fliegen, Schwester Fariba." Die Stimme hallte in ihrem Kopf umher während sie versuchte dem Soldaten stark in die Augen zu sehen. Stark.

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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Epikur » 23. Juli 2017, 20:19

Das Lager in der Ebene

Diverse Soldaten / Masamune

(Ich werd die Geschichte etwas abkürzen)

Der Oberst blieb in seinem Lauf stehen, drehte sich zu Maria um. Sie sah so hilflos aus. Er nahm sie bei der Hand.
" Gerechtigkeit und Loyalität sind selten geworden in dieser Zeit. Fürsten nehmen drei Frauen, gute Männer sterben weil sie Fragen stellen und unschuldigen Familien werden ihre Vertrauten weggenommen, weil sie zwischen Fronten geraten. Doch nicht heute und hier. Es soll Gerechtigkeit geben." Er lief mit ihr weiter in Richtung des Lagerfeuers, er ahnte die Konversation eigentlich vorbei, doch das neue Familienoberhaupt hatte noch anderes zu sagen. Er hörte ihr nur halb zu, sein Blick war bereits in die Ferne des morgigen Tages gerückt. Erst als sie davon sprach, ihre Rechte bei der Königin einzufordern wurde er aufmerksam. Sein Blick wanderte zu ihr, er nahm ihre Hände.
" Ihr wollt Eure Rechte bei der Königin einfordern? Vergeltung für den Tod Eurer Familie?" Er löste die Hände.
" Nun, nach dem Recht von Whiteshire und den Ostlanden könnt Ihr das durchaus verlangen. Vergebt mir, aber ich bezweifle, dass die Königin auf einen solchen Ausgleich eingehen wird. Ich halte es nicht für ratsam, insbesondere nun, da die Menschen sich im Krieg mit den Waldelfen befinden." Er sah in das Lagerfeuer. Es vergingen einige Minuten.
" Doch wenn Ihr darauf besteht. Ich kann Euch die Magiekette behalten lassen, sie ist nach einmaligem Gebrauch sowieso erst wieder durch erneutes Füllen brauchbar. Ich kann Euch jedoch keinen meiner Soldaten geben. Ihr wärt auf Euch alleine gestellt. Wenn Ihr dazu bereit wärt, kann ich Euch morgen in den Wald gehen lassen. Für die Nacht jedoch bleibt hier. Am Tage seid ihr sicherer. Noch ist der Krieg nicht hier." Er lächelte.
Masamune lächelte nicht.
Denn er wusste, dass sie diesen netten Mann vielleicht würden töten müssen.

Fürst von Schwarzenstein

Mit starrem Blick ritt er voraus. Sein Reittier war geduldig, er war es nicht. Er konnte es nicht erwarten den Wald vor sich zu sehen. Er würde die Waldelfen büssen lassen für das, was sie ihm angetan hatten. Hinter ihm marschierten zehntausend Ostländer, darunter seine Eliteeinheit, die Bärengarde. Schwer gerüstete und vielfach bewährte Veteranen, keiner jünger als 30 Jahre und keiner in weniger als 15 Kämpfen und mit nicht weniger als 30 Kerben in Schild oder Helm. Sie waren es gewohnt in Kälte wie in Hitze zu kämpfen, hatten eine spezielle Versorgung, dass sie lange und ausdauernd marschieren konnten und waren über alles loyal zu ihrem Fürsten. Hinter ihm ritten seine beiden Generäle, die neu hinzugekommenen Grafen, der Graf von Quellstadt-Feller, die "Muräne" ein einäugiger, harter Mann und der Graf von Massingen, der "Schwarzwolf", ein exzellenter Kämpfer und ein guter Freund des "Weißen Raben".
Das Lager tat sich vor ihnen auf, als die Sonne aufging. Der Fürst orderte einen Halt an. Die Wachen am Tor erkannten ihn zunächst nicht,erschraken und ließen ihn schließlich ein.
Die Armee begann, ihr Lager aufzuschlagen.
Der Krieg war hier.

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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Liandri » 30. Juli 2017, 22:44

Nihilus do Nahanil / Zodan von Fuxfell / Guillaume von Vitry- Irgendwo in der Nähe des Lagers am nächsten morgen
Die Dunkelheit war seit jeher Nihilus' Metier. Wann auch immer sie verschwand, wurde auch er angreifbar. Denn mit ihr verschwand auch seine Unsichtbarkeit. Der Sidhe hatte sein leises Lager unweit der Menschen aufgeschlagen und unablässig jede Bewegung beobachtet, die dieses Lager zu bieten hatte. Die Istra do Nahanil waren trainiert worden, tagelang ausharren zu können wenn es verlangt wurde und jede noch so kleine Auffälligkeit im Verhalten des Beobachteten zu erkennen. Die Menschen im Lager schienen jedenfalls gereizt zu sein. Nihilus wusste immer noch nicht, was er von der ganzen Geschichte halten sollte. Selbst für die störrischen Sidhe wäre es selbstverständlich gewesen, erst einmal mit Nila und den Arborim zu sprechen, bevor sie gleich eine Armee geschickt hätten. Es war ja nicht so, als hätte die Regierung der Waldelfen Veruna auf dem Gewissen. Wegen eines niederen Adeligen gleich so einen Aufstand zu machen, erschien ihm doch mehr als das Verhalten eines trotzigen kleinen Kindes...
Der Plan jedenfalls schien nur bedingt so zu laufen, wie der alte Mann sich das vorgestellt hatte und innerlich war Nihilus schon die ganze Zeit darauf gefasst, einschreiten zu müssen.
Problematisch wurde das ganze erst, als die Hörner erklangen und sich der Fürst von Schwarzenstein anschickte, die beiden Lager zu vereinen. Nun würde es fast zur Unmöglichkeit werden, alle lebend da raus zu bekommen.
Grimmig bestieg der schwarze Ritter sein Pferd und blickte vom Hügel hinab zum Lager. Das Pferd setzte sich langsam in Bewegung.

Ebenso grimmig war Guillaume von Vitry, der schweigend neben dem Fürsten von Schwarzenstein zu Pferde war. Auch aus seinem Haus waren genügend Soldaten gekommen, auch wenn er sich fragte, wie effektiv seine Reiter in den Wäldern wohl sein würden.
Zodan hingegen hatte ein Gesicht aufgesetzt, als hätte man ihn gezwungen, erbrochenes zu essen. Er hatte sich vehement und lautstark bei Guillaume beschwert, die Waldelfen einfach so aus heiterem Himmel anzugreifen. Das Angebot des Großfürsten, Zodan möge doch abreisen, hatte er dennoch ausgeschlagen.
Auch Guillaume war nicht begeistert von der Sache, allerdings waren Freundschaft und Loyalität manchmal eben wichtiger als alles andere. Als sie das Lager betreten hatten, stieg Zodan von seinem Pferd ab und sah sich im Lager um. Aus irgend einem Grund schienen die Wachen in Aufruhr zu sein. Er schüttelte kurz den Kopf und ließ sich zu seinem Zelt führen. Ohne, dass er es bemerkt hätte, ging Zodan unmittelbar an Fariba und Masamune vorbei. Allerdings war es so mit sich und seinen Gedanken beschäftigt, dass er gar nicht erst aufblickte und an ihnen vorbei marschierte, ohne sie zu erkennen. "Habt ihr mein Gedichtbuch dabei?" fragte er einen der Diener, während er an seinen alten Wächterfreunden vorbei ging.

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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Epikur » 8. August 2017, 23:20

Am Wald
Fürst von Schwarzenstein


Grimmig starrte der Bärenfürst in den Wald, als würde er erwarten, dass der Wald vor sich in Flammen setzen würde. Es würde den Angriff vermutlich leichter machen; nun da er vor ihm stand, wurde ihm immer mehr klar, dass dies kein einfacher Kampf werden würde. Die Waldelfen waren in ihrem Wald im deutlichen Vorteil, doch er wusste auch, dass seine Soldaten schwer bewaffnet und gerüstet waren, mehr Kampferfahrung als die meisten Soldaten der beiden Königreiche der Menschen hatten und die Gerechtigkeit auf ihrer Seite. Der Tod seines Grafen würde gerächt werden. Welche Botschaft würde er senden, wenn man ihn und das Königreich der Menschen einfach so attackieren konnte und es keine Folgen gab. Er war kein Mann der Diplomatie, das war er nie gewesen, diese Aufgabe war dem Mann vorbehalten, dessen Leiche nun in diesem verfluchten Urwald wusste Myrmidon wo verrotten musste. Er wusste, dass Guillaume ihn beobachtete. Er war ein guter Freund und dass er so mit ihm marschierte, war nicht selbstverständlich. Vermutlich würde seine Reiterei wenig erfolgreich sein in den dichten Wäldern, doch wenn der Wald einmal brannte, dann würden die Waldelfen herauskommen müssen. Er hatte Wind- und Feuermagier bei sich und sie würden den Wald lichterloh brennen lassen.
Warum nur musste er den Jungen mitbringen?
Seinen Erben?
Das würde er seinem Sohn oder Enkel niemals antun. Er stützte sich auf seinen schweren, schwarzen Kriegshammer, schwer genug, dass nur er selbst ihn tragen konnte und mächtig genug, damit einen Baum mit einem Schlag fällen zu können. Er sah nach Osten. Die Sonne ging auf...


Am Wald
Fürst von Silver Rock


Die Sonne ging auf;
ihre Strahlen reichten über den weiten, grünen Boden der Ebenen vor dem großen Wald dahin und normalerweise stellte sich ihr nichts in den Weg. Nur dieses eine Mal war etwas im Weg, ein Berg hatte sich erhoben und blockierte ihre sonst friedliche Reise über das Grün. Ein Tier schnaubte, wie Donner in der Ferne kam die Lawine heran, bis sie schließlich nahe dem Wald in guter Sichtweite zum Stehen kam. Schneeweiß, einig, unaufhaltsam hatte sie sich ihren langen Weg aus dem fernen Osten hierher geschleppt, ohne Rast und Ruhe war sie vorangeschlichen, unberührt von Wald und Fluss, nur um hier nun endlich zu halten und eine zwar scheinbar ferne aber doch imminente Bedrohung darzustellen. An ihrem Anfang stand der Berg, der der Sonne den Weg versperrte, ganz in Weiß auf einem riesigen, schwer gepanzerten Ungetüm mit der kleinen, unscheinbaren schwarzen Schnauze; einzig ein Funkeln, wie tanzende Lichter durchbrach das blendende Weiß und kündigte die Anwesenheit eines der mächtigsten Menschen dieser Welt an. Er atmete ruhig, sah sich um, dann nahm der Berg seine Spitze ab und offenbarte das harte, narbige Gesicht des Fürsten von Silver Rock, dessen stahlblaue Augen durch die Ebene schnitten. Den Helm unter dem Arm ritt er etwas voran, sein Reittier, das Monstrum mit der kleinen, schwarzen Schnauze, brummte leise vor sich hin.
„ Ganz ruhig, Bjarni.“ Sprach die ruhige, befehlsgewohnte Stimme des Fürsten, als der seinen Blick über die Ebene hinüber zu dem scheinbaren Haufen Erde warf. Der Fürst seufzte. Die Lawine würde ihn hinwegfegen. Wie konnte er nur? Wieso musste dieser Mensch nur immer so stur sein? Was hatte er sich gedacht? Der Fürst schüttelte den Kopf. Es half nichts.
„ General.“ Sagte er leise und eine einzelne Person trat aus der Lawine hervor. Auch sie war ganz in Weiß, einzig der Helm war besonders, zwei Flügel prangten die Seiten des Helmes und es waren einzig zwei Schlitze für die Augen, eine große Partie des Mundes jedoch war ausgespart. Ein blonder, gepflegter Bart war zu sehen, zwei silberne Perlen waren eingeflochten, Siegel glitzerten auf ihm. Der General trat heran.
„ Unser Gegner steht vor uns; er scheint uns nicht bemerkt zu haben.“ Der Fürst setzte seinen Helm auf.
„ Lasst sie wissen, dass wir hier sind.“ Der General nickte, dann drehte er sich zu der Lawine, die aus tausenden Soldaten bestand und rief, markerschütternd, durchdringend, mit heller, durchaus warmer Stimme, die weithin gehört werden konnte.
„ Ihr habt ihn gehört, Männer. Lasst sie wissen, dass wir hier sind. Bring up the mountain shaker.“ Der Befehl wurde weitergegeben, immer weiter nach hinten, bis er nicht mehr zu hören war. Nur noch das Knarren eines Karren, der schwere Last trug. Langsam kam sie heran, eine schwere, verzierte Trommel, groß wie zehn Männer, gezogen von fünf starken Bullen. Die Trommel des Balneus, zumindest das war es, was die Menschen glaubten, war weit zu hören und sollte Berge zum Einsturz bringen können.
Der General hob den Arm und die Trommler begannen zu spielen, einen langsamen Rhythmus, ehe der General zu singen begann:

Down the mountain, up the hill
So we march with sword and skill
For our lord and for our land
Here we march and here we stand


1
Through white death and saurian scourge
Wielding weapons made to purge
Forged in fire red like blood
Standing firm in enemies flood

2
War has called us here to fight
So we march through day and night
With our pikes high in the air
We conquer fortress and dark lair

3
With silver armor thick and strong
Faith and will as stride-along
Our sovereign rides ahead
We never fail we know no dread



In all dieser Zeit sah der Fürst nach vorne. Was hatte sich der Sturkopf nur gedacht?

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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Liandri » 21. August 2017, 23:25

Zwei rote Augen - Waldrand
Zu viele Köche verderben den Brei... Pha! Brei hatte noch nie gut geschmeckt! Eine spitze Zunge leckte sich über den viel zu trockenen Mund. Er hatte dieses Problem schon früher gehabt. Früher, als es das Feuer in seinem Inneren noch nicht gegeben hatte. Für einen kurzen Augenblick schloss er seine ledrigen Augen. Da war es wieder, das in brennende Haus. Er, wie er in den Flammen stand, sich mit ihnen vereinte, sie in sich aufsog und wieder ausspuckte. Das ganze Dorf, das gekommen war um den Brand zu löschen und nun mit ansehen musste, wie er, totgesagt und geächtet, aus den lodernden Flammen stieg.
Seine Augen öffneten sich wieder. Der Wald nahm vor ihm wieder Konturen an. Unweit seiner Position hatte eine Armee ihr Zeltlager aufgeschlagen. Eine Lawine. Ein grinsen schlich sich über sein Gesicht. Er konnte es kaum erwarten dabei zuzusehen, wie der Schnee in den Flammen schmolz.
Ein plötzliches Knacken im Unterholz holte ihn aus seinen Überlegungen.
Einer der Soldaten hatte sich bei der Rast zu tief in den Wald gewagt, um sich zu erleichtern. Leise summte der weiß gekleidete Mann das Lied vor sich hin, das er schon so oft mit seinen Kameraden gesunden hatte. "Den Berg hinunter, den Hügel hinauf, marschieren wir mit Schwert und ... Knauf..."
Der Soldat nahm den Helm für einen Augenblick ab, da er das Gefühl hatte, dass es immer wärmer wurde in seiner Umgebung. Er schnaubte schwer in seiner Rüstung. "Ziemlich warm für eine Lawine, nicht wahr? Haaaaahahahahahahaha!" zischte es aus dem Unterholz.
Der Soldat drehte sich blitzschnell um, der Schrecken stand ihm ins Gesicht geschrieben. Noch ehe er seine Waffe erheben oder überhaupt etwas sagen konnte, wurde er zu Boden geschleudert, wo er schwer atmend liegen blieb. Der Wald schien zu verschwimmen, während er zwei lodernde Augen erblickte, die sich über ihm erhoben. Als nächstes sah er ein weißes Grinsen, das so gar nicht zu dem passen wollte, was man so über die Arborim zu hören bekommen hatte.
Zwei Schwingen breiteten sich über dem Soldaten aus, während das Wesen sich langsam zu ihm hinab beugte. "Ohhhhhh das macht Spaß... Das böööööööööööööööööööööööööööhse schwarze Reich stinkt auch nur nach Feigheit und Urin, wenn es mich erblickt.. Haaaaahahahaaaaaa!"

Der Soldat wollte schreien, seine Kameraden warnen, doch längst hatten drei Krallen seinen Mund verschlossen. Seine Augen weiteten sich, als er bemerkte, wie das Wesen seinen Kopf langsam zur Seite drückte. So langsam, dass man nicht glauben mochte, dass irgendetwas schlimmes dabei passieren könnte. Das Wesen lachte, als es ganz langsam das Genick des Soldaten brechen hörte. "Hach ja... schön."
Ein toter nackter Männerkörper flog vor die Füße der Lawine, gefolgt von einem Helm, auf dem mit Blut zwei Augen und ein lachender Mund gemalt worden waren.
"Lawine, Lawine, bald gibt es eine feurig scharfe Praline, Lawiner Lawiner, angeführt von einem Schlawiner... Haaaaahahahahahahaaaa." ertönte eine Stimme aus dem Wald, die sich schon fast wie die eines Kindes anhörte. Nur steckte nichts glückliches in dem Lachen. Mit finsterer Stimme ertönte es direkt danach: "Kommt in den Wald und brrrrennntttt."
Im Lager der Schwarzensteins und Vitrys bekam man von alledem nichts mit. Auf der Suche nach seinem Zelt wäre zodan fast mit einer Menschenfrau zusammengestoßen, die so gar nichts mit all den Soldaten zu tun haben wollte (Mhari). Etwas irritiert, aber dennoch freundlich fragte er: "Hallo holde Maid. Darf ich fragen, was euch in's Lager meines Onkels führt? Ihr seht nicht aus, als würdet ihr eine von unseren Soldaten sein."
Hach, heute ist wieder so ein Tag, an dem man rumsitzt und denkt:
"Hach, wieder so ein Tag, an dem man rumsitzt und denkt..."

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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Selenja » 23. August 2017, 19:34

Fariba Das Lager in der Ebene

Die Nacht war vorbei. Bei den Göttern. Endlich. Falls sie geschlafen haben sollte fühlte sie nichts davon. Sie wollte einfach nur weg. Allerdings musste sie wohl geschlafen haben, Mhari lag nicht länger neben ihr. Voller Tatendrang stand auch sie auf, schlug die Zeltplane zur Seite und begutachtete mit traurigem Blick den Tag vor sich. Es war kein Guter, da war sie sich sicher. Hastig trat sie aus dem Zelt um Mhari und den Rest der Gruppe zusammen zu suchen, damit sie endlich von hier verschwinden konnten. Die Wächter waren zu bekannt, dieser unsinnige Krieg zu nah, ihr Spiel gefährlich, ihr eigentlicher Weg noch viel zu weit.
Auf ihrer Suche fand sie den Tigraner und blieb stehen. “Gradá, ich habe gestern mit dem Oberst gesprochen, er überlässt uns den Gefangenen mitsamt der Kette. Ihr seid vermutlich der Einzige, dem man zutraut mit ihm fertig zu werden, kümmert Ihr euch um ihn?” Das Lager brodelte, es war mit dem Abend gewachsen und hielt viel zu viel Energie, die in die falsche Richtung gelenkt wurde. “Wir müssen wirklich gehen”, murmelte sie nur noch. Etwas entfernt sah sie die Menschenfrau, die sie eigentlich gesucht hatte. “Ich hole Mhari”, damit sah sie den Tigraner noch einmal an und lief dann in Richtung der Frau. “Mhari wir müssen aufbre – Zodan.” Aprupt machte sie Halt. Zodan. Vor ihr stand Zodan. Ein Mann, den sie seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hatte. Ein Mann, den sie am liebsten in eine herzliche Umarmung gezogen hätte. Zodan. Ein Mann, den sie gerade nicht kennen durfte. Hiermit war jede Chance verflogen das Lager unbemerkt zu verlassen. Verdammt. Verdammt. Bei den Göttern nochmal!
Oder? “Bitte Zodan, wir müssen hier schnellstmöglich weg, wir sind nicht...offiziell hier. Kannst du uns helfen?
Es verpasste ihr einen Stich Zodan hier zusehen. In ihren Augen gehörte er in kein Kriegslager. Und vorallem durfte er nicht für einen Krieg sterben, der keinen Grund zum Kämpfen gab. Keiner dieser Männer sollte hier sein und sie verfluchte sich, dass sie nichts tun konnten, um sie aufzuhalten. Um aufzuhalten wer auch immer hier sein perfides Spiel spielte. Königreiche nichts als Schachfiguren, Leben nicht mehr als deren Holz.

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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Janna » 23. August 2017, 21:22

Gradá
Es hatte zwar eine Weile gedauert, bis die einzelnen Gruppenmitglieder zur Ruhe kamen, dennoch wurde es im Lager immer ruhiger – sofern man in einem solchen Lager von Ruhe reden konnte. Auch Gradá schien tief und fest zu schlafen. Nur wer den Tigraner lange beobachtete konnte erahnen, dass er keineswegs friedlich durch das Land der Träume wandelte, sondern mit einem bestimmten Teil seines Gehirns ganz im hier und jetzt war.
So verfolgte er über die Nacht genau, wenn sich dem Zelt Schritte nährten oder außerhalb leise Absprachen gesprochen wurden.
Früh am nächsten Morgen stand er auf, räkelte sich und trat vor das Zelt.
Die Ebene war kaum wiederzuerkennen. Über Nacht hatte sich den Lagernden ein weiteres Heer angeschlossen. Gradá konnte nicht erkennen zu welchem Haus die Ankömmlinge gehörten, mit leisem Bedauern musste er sich eingestehen, dass er mit solchen Dingen längst nicht mehr vertraut war. Gerade als er sich ein wenig unter die Leute mischen wollte um verschiedene Informationen einzuholen sprach ihn Fariba an, die ihre Rolle vor dem Oberst gar nicht so schlecht vertreten hatte. Sicher, der Oberst hatte keinen Grund gesehen einer jungen –und dazu hübschen- Frau zu misstrauen, aber dennoch gehörte ein gewisses Talent dazu einen Kriegsführer so um die Finger zu wickeln.
„Keine Sorge, um unseren Gefangenen werde ich mich kümmern“ er lächelte spöttisch. "Sag, wo hat der Oberst ihn heute Nacht untergebracht“ hielt er die Frau, die schon weiterwollte zurück. Außerdem wollte er erst noch die Antwort des Herrn mitbekommen, den Fariba begeistert musterte – auch wenn sie das offenbar zu unterdrücken versuchte.
"Worte und Zauber waren ursprünglich ein und dasselbe. Auch heute besitzt das Wort eine starke magische Kraft."

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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von egNaemy » 1. September 2017, 09:40

Nienna und Tynay Arriek - irgendwo zwischen Start und Ziel

Nienna hob bereits besserwisserisch ihren Zeigefinger und wollte wohl weiter über den Fluch sprechen, doch Tynay griff nach Niennas Arm und zog ihn ruckartig herunter, so dass Nienna auch gleich herumgewirbelt wurde und gezwungen war, aufzustehenen und nun direkt vor Tynay stand. Da die zwei in etwa gleich gross waren, konnten sie sich still in die Augen schauen. "Entschuldige uns einen Moment.", sagte Nienna nach dem Blickwechsel mit Tynay auf einmal recht höflich zu Vanir und die zwei drehten sich ein wenig vom Tisch weg um miteinander zu tuscheln. Nur nach wenigen Augenblicken schon, drehten sie sich wieder um. Diesesmal sprach Tynay: "Wir haben die Steppen verlassen, um die Welt zu sehen. Wenn Ihr wirklich auch ein Reisender seid, so spricht nichts dagegen, gemeinsam zu reisen.", damit wandte sie sich abermals vom Tisch ab und stapfte davon. Nienna sah ihr kurz nach und sah dann zu Vanir zurück. "Was sie vergessen hat zu sagen ist: Bist du dabei?"
Und kaum war die Antwort Vanirs da, verliess auch Nienna die Gaststube um im sich im Zimmer den Rest der Nach auszuruhen. Früh am Morgen aber bereits ging dann die tagelange Reise los.

Naemy Grünblatt - auf dem Weg zum Tempel

Innerlich zerissen durch das Dilemma, was sie einst glaubte, gelöst zu haben, lief Naemy mit ihren Freunden und Personen, die durch die Tatsache, dass sie den selben Weg gingen und das ähnliche Ziel hatten, auch zu Freunden wurden den langen Weg entlang. Töten oder nicht töten. Diese Frage hatte sie vor langer Zeit für sich beantwortet und seit je her mit der Antwort gelebt, dass töten in einem Kampf unvermeidlich ist. Sie war davon wirklich überzeugt gewesen, doch die Sache mit den Wolfselfen hatte das alles nocheinmal geändert. Oder eher die Tatsache, dass diese Feinde unfreiwillig feindlich waren und dass diese Feinde ihre Familie sein könnte. Oder sie selber. Ja, auch diese Frage beschäftigte sie. Würde sie getötet werden, wenn sie sich verwandelte? Sie würde aufgrund der Tatsache, dass sie jemandem schaden könnte, aufjedenfall unschädlich gemacht werden, keine Frage. Aber... würden sie..?
Mehr Zeit zum Nachdenken blieb ihr nicht, denn kam die Botschaft zu ihr durch, dass es bis zum Tempel nicht mehr weit war. Und die letzten 30 Minuten gingen dann viel zu schnell vorbei.
Angewiedert durch den Zweck der Kugeln verzog Naemy das Gesicht und drückte Adrians Hand kurz. Die Bilder der Vision vom bösen Adrian, der die liebe Prinzessin eben genau wie eine Sklavin behandelt hatte, schossen ihr sofort durch die Gedanken. Schnell schüttelte sie den Kopf, um diese Bilder loszuwerden und genau in diesem Moment kam der Wolself. "Oh nein nein nein, nicht töten!", sagte Naemy leise und vollkommen überflüssig, da er bereits wieder verwschunden war, und Naemy mit quälenden Frage und Tatsache alleine liess, dass er gerade wirklich gesprochen hatte. Zweifelnd und ganz klar um Hilfe suchend und um Halt bittend, sah sie zu Adrian.
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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Vanir » 1. September 2017, 14:23

Vanir Wagerson ~ Vom Start zum Ziel, Wanderschaft
Er sah Nienna hinter her als sie ebenfalls nach Oben ging und somit den Raum der Verköstigungen verließ. Er rieb sich leicht die Schläfe und sah auf seinen Krug mit Met. Wozu hatte er jetzt nur zugestimmt. Entweder er fand bei diesem Abenteuer sein Heil oder sein Unheil. Er seufzte leise und leerte, mit einem Zug die Krug mit Met. Er ließ das gewünschte Geld für das Essen auf dem Tisch liegen und begab sich dann ebenfalls hinauf auf sein Zimmer. Er drückte den Türknauf hinunter und zog die Tür auf, dann verschwand er in das Zimmer, die Tür fiel ins Schloss. Das Zimmer war dunkel, nur eine Kerze und der Mond erhellten den Raum auf ein Minimum. Vanir sorgte erst einmal dafür das, dass Zimmer etwas heller wurde und entzündete einige weitere Kerzen. Als dies geschehen war, begann er damit sich zu entkleiden. Noch immer hatte er einen, recht verschlissenen Mantel über seinen Körper geworfen um vieles zu verbergen. So hatte man die Rüstung die er Trug und schwer sehen können. Er löste die Armschienen, die Schulter platten aus Leder und den Brustpanzer. Sorgsam legte er sie über einen Stuhl, dann zog er das matte Kettenhemd aus und hing es ebenfalls über den Stuhl.
Er fühlte sich fast wie neu geboren. Er fühlte sich deutlich erleichtert. Die Ausrüstung lastete auf ihn, dennoch war sie seine Lebensversicherung. Er schnallte den Gürtel, und somit sein Schwert ab und lehnte es dann gegen die Wand. Er ließ sich anschließend in sein Bett fallen, schlüpfte aus seinen Stiefeln. Die nächsten Tage der Wanderschaft würden an ihn zerren und wahrscheinlich war dies das letzte wirkliche Bett was er spüren würde. Er würde die Nacht also ausnutzen.

Am nächsten Tag machten sich die Ungewöhnliche Gemeinschaft auf. Ihr weg war ungewiss und würde lange dauern, doch nach den Karten war ein Wald nah. Sie würden einige Tage wandern müssen, doch war dies ihr erstes Ziel.In den Schutz des Waldes. Die Sonne brannte noch immer in den Steppen.
"We may be diffrent, with diffrent skills..
But when the wolrd is darkest, we fight for the same cause..
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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von egNaemy » 1. September 2017, 17:07

Tynay und Nienna Arriek - Zwischen Start und Ziel

Die Dunkelheit ist wie die Steppe.
Die Steppe ist gnadenlos.
Wer sich ihrer Hitze nicht beugt, den drückt sie zu Boden.
Wer sein Wasser verschwendet, der wird vertrocknen.
Wer bei einem Sandsturm keinen Schutz sucht, dem reisst sie die Haut von den Knochen.
Die Steppe ist gnadenlos.
Die Dunkelheit ist wie die Steppe.


"Sag mal, hast du eigentlich ein Ziel?", fragte Tynay aufeinmal in die Stille hinein. Sie waren nun schon eine ganze Weile unterwegs und die letzten Stunden doch recht ruhig nebeneinander hergelaufen. Die Frage galt Vanir. Sie hatte in der Zwischenzeit von Nienna gesagt bekommen, dass sie die Höflichkeitsform sein lassen soll. Vanir hätte ihr das selbe gesagt. "Unser Ziel ist dir bekannt. Wie wollen die Welt bereisen. Doch was ist das Deine? Warum warst du so nahe an der Steppe und kehrst nun entweder wieder um oder entfernst dich genauso wie wir davon?" Es war auch tatsächlich so, dass Tynay mit dieser Frage nichts weiter beabsichtigte, als ein wenig Konversation zu führen und die Zeit zu vertreiben. Natürlich steckte auch ein klein wenig Neugierde dahinter, doch so misstrauisch sie Fremden gegenüber sonst war, so selbstsicher fühlte sie sich auch und so naiv wurde sie, zumindest Vanir und seinem Löwen gegenüber.
Nienna ging etwas schneller und damit verbunden etwas weiter vorne. Sie hörte dem Gespräch so nebenher zu, doch eigentlich interessierte es sie gar nicht besonders. Sie wollte nur so schnell wie möglich noch weiter von der Steppe weg und schönere Landschaften betrachten. Für ihren Geschmack war die Umgebung hier noch immer zu eintönig, wenn sie doch auch schon 2 Tagesmärsche vom Schmollenden Troll entfernt waren.
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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Vanir » 2. September 2017, 12:33

Vanir Wagerson ~ Vom Start zum Ziel, Wanderschaft
"Ich hab das selbe Ziel wie ihr beide.", meinte er zu Tynay. Er schmunzelte leicht unter seiner Kapuze, die nicht sonderlich tief ins Gesicht gezogen war, sie sollte nur vor der Sonne schützen. "Ich bin vor Drei Jahr aufgebrochen. Ich komme aus Polymeria einer großen Stadt. Ich kannte sie wie meine Westentasche. Jeder Straße, jedes Haus. Ich wollte allerdings mehr sehen. Ich wollte das Land der Orks bereisen, das Bier der Zwerge in ihren Hallen trinken und niederschreiben wie die Elfen leben. Damals war ich voller Tatendrang. Jung und Naiv. Das Jung blieb mir auf der Reise, die Naivität verloß mehr und mehr.", er machte eine Pause und nahm einen Schluck aus seiner Wasserflasche. "Lang irrte ich Ziellos umher. Half den Leuten, wenn sie Hilfe brauchten.", er zuckte leicht mit den Schultern. "Meiner Ziel ist noch immer das selbe wie damals als ich aufbrach.", er sah wieder schmunzelnd zu Tynay. "Das Abenteuer Steppe hat sich gelohnt für mich. Neben der Grummelkatze.", er nickte gen Tiwas. "Habe ich zwei neue Begleiter gefunden, auch wenn dies erst der Anfang der Reise ist, bin ich froh darüber."
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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von egNaemy » 2. September 2017, 20:27

Tynay und Nienna Arriek - zwischen Start und Ziel

Tynay nickte auf Vanirs Worte. Besonders auf die letzten. Es dauerte einen Moment, bis sie begriff, dass er damit Nienna und sie selber meinte. So antwortete sie erst aber etwas ausschweifend: "Nun das klingt danach, als wärst du bereits sehr viel herum gekommen und als würdest du dich auskennen. ...so sind auch wir ... mhhh.. oder zumindest ich froh, dass wir dich und deinen Freund getroffen haben." Nienna drehte sich um und grinste Tynay belustigt an. "Ich bin auch froh.",meinte sie fröhlich und fügte kichernd an, "Nicht, dass noch etwas schlimmes passiert, wenn wir alleine Reisen." Nun sogar lachend, drehte sie sich wieder um ging weiter ihren Weg. Den Kommentar hatte sie sich einfach nicht verkneifen können. Wenngleich sie Witze darüber machte, so beschäftigte sie aber auch Frage, was den Jungen so verängstigt hatte und vor allem, warum sie so Spass daran gehabt hatte ihn zu töten.
Tynay machte sich wohl die gleichen Gedanken, oder sicher einmal die ähnlichen. Doch liess sie sich das weniger anmerken. Ihre ganze Aufmerksamkeit galt gerade dem Gespräch mit Vanir. "Nienna und ich sind in einem Stamm der Steppe aufgewachsen, der eher in Armut lebte. Immerwieder gibt es kleine Kriege und Kämpfe zwischen den Stämmen, wohl hauptsächlich um Macht zu demonstrieren. Eigentlich hätten alle Stämme genug Wasser, Nahrung und andere Ressourcen. Doch eben durch diese Machtspiele kommt oder kam es oft zu Raubzügen und unser Stamm war der schwächste. Wir hatten einfach zu wenig Krieger, weil viele an..", sie schluckte, "..den Fluch glaubten." Ihr Blick wich von Vanir ab und ging seitlich zu Boden. Wow. Sie hätte nicht gedacht, dass sie ausserhalb des Stammes sich eher gegenüber anderen ausser Nienna öffnen würde. Und selbst Nienna und sie hatten sehr oft Streit und waren sich nicht einig, was zum grössten Teil daran lag, dass sie ihre Wut irgendwo auslassen mussten. Und aneinander ging das am besten, denn sie konnten sich auch immer wieder schnell verzeihen.
"Aber genug davon. Wie kam es denn dazu, dass du und Tiwas sich getroffen und angefreundet haben? Und magst du mir eines deiner vielen Abenteuer genauer erläutern?"
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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Epikur » 11. September 2017, 00:33

Am Wald
Fürst von Silver Rock


Langsam marschierte seine Armee in die Sichtweite sowie des Waldes sowie der Armee des Fürsten von Schwarzenstein. Noch rührte sich nichts bei beiden, der Fürst schüttelte den Kopf. Normalerweise würde ein guter Feldherr nun zumindest Stärke und Wissen über die Anwesenheit demonstrieren, doch wie er den Fürsten von Schwarzenstein kannte, schlief der noch. Er war wirklich ein Bär, erst herauszukommen wenn der Frühling da war und der Winter vorbeigezogen war. Als er ein gutes Terrain eingenommen hatte ließ er halten und ein Lager aufschlagen. Die Armee des Fürsten, insbesondere die Silbernen Streiter, seine Elitegarde, waren hochdisziplinierte und ausdauernde Kämpfer, die stärksten und bestausgebildetsten Soldaten des Schwarzen Reiches, wenn nicht sogar aller Menschenreiche. Hartes Training und hohe Anforderungen waren der Sieb, der die Spreu vom Weizen trennte und die drei Jahre in der "Weißen Hölle" des Nordens des Schwarzen Reiches machte aus jedem Kämpfer eine Ein-Mann-Armee. An der Akademie des Schwarzen Reiches lehrten die besten Kämpfer und Strategen der Welt, sogar Hochelfen und Zwerge lehrten hier einst, bevor sich die Reiche aufteilten.
Der Fürst stieg von seinem Reittier, einem riesigen Eisbären ab, entblößte seinen Brustpanzer, ein in allen Farben des Regenbogens schimmerndes, prachtvolles Stück Meisterarbeit, ein Schutz, der ihn nicht nur vor physischen, sondern auch vor jedem magischen Schaden und Beeinflussungen schützte. Er drehte sich zu einem seiner Generäle, dem Grafen von Zurgau, einem Mann mit dichtem roten Bart und kurzen, feuerroten Haaren.
" Schickt einen Boten. Wollen wir den fürstlichen Bären aus seinem Schlaf wecken." Der Graf nickte. Der Wind fuhr auf. Neben ihm der Wald, vor ihm der Fürst. Er schüttelte den Kopf. Langsam hob er die Hand und seine Soldaten begannen wieder zu singen.

Am Wald
Fürst von Schwarzenstein


Der Fürst war hellwach. Wacher wie er kaum jemals war. Der Krieg brachte es immer fertig. Wie sein Vater einst sagte, nur der, der offenen und wachen Auges ist, wird erkennen und siegen. Dann lachte er immer und nahm einen neuen Schluck Bier. Er hatte verstanden, dass man achtsam und früh aufstehen musste, etwas, was er nie konnte. Dabei schlief er jetzt schon recht wenig und das nicht nur dank seines hohen Alters. Er biss von dem gebratenen Wildschwein ab und spülte es mit einem schnellen Schluck Bier hinunter. Er saß am Lagerfeuer, ihm gegenüber Guillaume und ihre Generäle. Er sagte nichts, sie starrten sich an, er konnte die Unzufriedenheit in den Augen seines Freundes sehen.
"Warum bringst du Zodan mit?" sagte er direkt und ohne viel Takt. Er war gespannt bis an alle Enden.
" Er gehört noch nicht an die Front. Ausserdem ist er dein Erbe. Was passiert, wenn er hier fällt?"
Ein Leutnant kam angelaufen und flüsterte den Grafen von Massingen etwas ins Ohr.
" Hermann, s´scheint mer, dass mer Bsuch hendt. Der Fürscht von Silver Rock isch mit ner große Armee in dr Nacht an dr Wald komme." Der Fürst von Schwarzenstein sah von seinem Frühstück auf.
" Lasst die Truppe uffmarschiere. S schiint, als müsste wir usre Plän ändre." Der Fürst legte den abgenagten Knochen beiseite. Ein Ruf kam vom Eingang des Lagers. Ein weiterer Soldat kam angelaufen.
" Fürst, ein Bote des Fürsten von Silver Rock ist hier. Er überbringt Nachricht. Der Fürst schlägt ein Treffen vor. Heute bei höchstem Sonnenstand." Der Fürst nickte, der Soldat entfernte sich wieder. Der Fürst hielt kurz inne, dann schnaubte er, wischte sich den Mund mit einem Tuch ab, dann sah er in den Himmel. Es war beinahe soweit.
" Mache wir us fertig. Icch bin mal gschpannt, was us der Fürscht zu erzähle hat."

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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Vanir » 15. September 2017, 20:50

Vanir Wagerson ~ Vom Start zum Ziel, Wanderschaft

"Was für ein Fluch?", meinte Vanir dann und sah abwechselnd von Tynay zu Nienna. Er sah dann, nach dem er seine Antwort bekommen hat zu Tiwas, dieser ging entspannt neben Vanir und sah ab und an umher. Er hatte sich wohl mittlerweile an die Gesellschaft der beiden Frauen gewöhnt. "Es war ein Abenteuer aus mehrer Konsequenzen und Ereignissen, alles zu erzählen wäre wohl zu langweilig und würde auch nicht viel bringen. Man hätte es erleben müssen um alles zu verstehen.", er sah von Tiwas zu Tynay und schmunzelte leicht. "Aber sie ist etwas klischeehaft. So zog ich diese zu große Katze auf, seid dem er klein war. Ich war im Osten, weit im Osten. Ich reiste zusammen mit einer Karawane um sicher und Gleichzeitig etwas Gesellschaft zu haben. Was ich nicht wusste war, das diese Karawane eine Schmugglerkarawane war, weshalb es auch sehr schnell Ärger mit einigen 'Beamten' gab. Allerdings war dies noch nicht das Ende der Führer der Karawane konnte unseren weiteren Weg finanzieren. Wir waren nur drei Wegstunden von der letzten Stadt entfernt. Da wurden wir überfallen. Wegelagerer und Banditen übermannten die meisten. Ich konnte das beschützen was ging, vorallem Wehrlose Frauen und Kinder, allerdings waren es zu viele um Wirklich zu fliehen ohne Verletzt oder gar zu sterben.", er machte eine Pause und strich Tiwas durch die Mähne. "Die Karawane war nicht nur mit vielen gefährlichen und illegalen Waren gefüllt sondern auch mit Tieren, darunter die Eltern von Tiwas und seinen Geschwister. Ein inkompetenter Wegelagerer hat die Käfige geöffnet und mit der Hilfe der beiden Löwen konnte ich und einige andere den Angriff abwehren und zurückschlagen. Leider ließen Tiwas' Eltern dabei ihr Leben um ihre Jungen zu beschützen. Anders als man glauben mag nahm nicht ich Tiwas auf. Er nahm mich auf.", Vanir schmunzelte leicht und sah zu seinen Löwen und sah, etwas stolz, zu diesem. Tiwas selbst ging desinteressiert weiter. Als wollte er es nicht hören. Die beiden waren ein komisch Paar, aber ein Herz und eine Seele...

Die Sonne ging auf und unter, der Mond ging auf und unter und verfolgte die Sonne unzählige Male bis sie an den grünen Ebenen vorbei, an der Stadt Polymeria, der Heimat Vanirs, zu den Eben vor dem riesigen Wald waren. Die Sonne war noch nicht lange am Himmel, der Morgentau war noch deutlich Sichtbar und eine kühle Briese ging umher. "Der Morgen ist anders als sonst. Ich hab ein ungutes Gefühl.", sagte Vanir zu tiwas, dieser brummelte und seufzte leise. "Du hast recht.", Vanir erhob sich und ging zu den beiden Frauen. "Aufstehn, wir müssen weiter und dürfen keine Zeit verschwenden!"
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