Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

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Epikur
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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Epikur » 7. Oktober 2018, 22:05

Masamune

Masamune war überrascht, wie er zugeben musste, aber nicht überrascht genug, um es offen zu zeigen. Vielleicht war es sein Alter, dass es ihm ermöglichte, solche Situationen gelassener anzugehen. Er hob die Hände und ging ein paar Schritte nach vorne. Die Stimme klang sehr überzeugt und der Fakt, dass sie sich nicht zeigten und somit ihren taktischen Vorteil nicht aufgaben um zu verhandeln, ließen ihn an die Ernsthaftigkeit ihrer Worte glauben. Er lächelte, während er seine Waffen abschnallte.
" Freunde, all das hier ist nicht nötig. Wir sind hier, im Auftrag eurer Königin um eine Plage zu bekämpfen, die euer Volk seit Monaten heimsucht." Er sah sich um, die Waldelfen hielten sich meisterhaft versteckt. Kein Blättchen wurde umgeknickt, kein Ästchen gebrochen, hätte er seine Magie nicht, würde er wahrscheinlich denken, er würde mit Geistern reden.
" Wir möchten euch helfen, wir haben alles getan, um den Fluch aufzuheben." Er drehte sich zu seinen Gefährten und flüsterte.
" Versteckt die Pilze. Es sieht aus, als hätten wir keine Wahl. Legt eure Waffen ab. Langsam." Er legte seine Waffen neben sich.
" Seht ihr, wir haben keine Absicht zu kämpfen. Zeigt euch, dass wir reden können." Mit hoffnungsvoller Miene sah er sich um, doch er war sich fast sicher, dass ein zweites Mal Glück haben hier nicht zutraf.

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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Selenja » 7. Oktober 2018, 22:23

FaribaIn der Nähe des Basislagers

Die Stimme des Elfen störte die krampfhafte Harmonie, die der Wald, entgegen seiner Bewohner, versuchte aufrecht zu erhalten. Ihr war seine Stimme aber tatsächlich recht. Die Situation war surreal genug, um sich das auch eingestehen zu können. “Naemy hat sie geschickt um Masamune zu warnen, sie sind wirklich dort. Sie hatte eine Vision, die ihr einen versteckten Eingang in den Tempel gezeigt hat.” Der Regen zog so schwer an ihrer Kleidung, als wolle er ihre nächsten Worte verhindern. “Ich denke es ist das Schlauste, wenn ich versuche die Gruppe aus der Luft zu verfolgen,dort bin ich unauffälliger als hier. Vielleicht findet einer von uns beiden dabei den Eingang, den die Fee beschrieben hat.” Es war ein grausames, grausames Gefühl sich die Verantwortung für das Überleben ihrer Freunde mit der Person zu teilen, der sie wohl am wenigsten vertraute. Vermutlich aber unbegründet, für Nihilus zählte sein Auftrag und für diesen brauchte er sie wohl. Warum also nicht darauf vertrauen? Tatsächlich stimmte er ihrem Vorhaben zu. Ohne große Verabschiedung entrann sie dem Blätterkäfig also wieder und suchte nach Bewegung unter sich. Schnell hatte sie ihre Gruppe wieder gefunden, doch zu ihrem Entsetzen entdeckte sie auch mehrere Wolfselfen. Gebückt standen sie da wie Wächter einer anderen Zeit. Und...das war es. Wächter, keine Krieger, keiner von ihnen schien es auf einen Kampf auszulegen. Sie standen da, wartend. Voller Verwunderung darüber hielt sie sich in der Luft und bemerkte dabei gar nicht, wie ihr ein leises Flattern und vorallem Schnattern folgte.

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Liandri
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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Liandri » 17. Oktober 2018, 14:26

Nihilus do NahanilIn der Nähe des Basislagers
Lediglich ein Rascheln war nach Masamunes Worten von den Ralgur Jägern gekommen. Sie warteten. Zum einen, ob alle Wächter ihre Waffen ablegten und widerstandslos mit ihnen kooperierten, zum anderen aber auch, weil ihre Anzahl doch sehr dezimiert schien.
„Euch gehen zu lassen, ist keine Option. Die Königin befindet sich gegenwärtig bei den anderen Verrätern. Auch sie versuchen sicher gerade, sich aus der Sache heraus zu winden. Aber sprecht, Mensch, wo ist der Rest von euch? Uns fehlt mindestens ein Zwerg, ein Sidhe und die Gestaltwandlerin!“
Nichts würde geschehen, ehe nicht zufriedenstellend erklärt worden war, wo die restlichen Wächter verblieben waren. Man konnte nur hoffen, dass ihre Innereien gerade von Maden gefressen wurden und sie irgendwo verscharrt lagen.
Die Ralgur Jäger mochten tote Feinde lieber als lebendige, auch wenn diese ebenfalls selten ein Problem darstellten.
Nihilus Augen waren schon so lange zu Schlitzen verengt, dass er langsam Kopfweh bekam. Sie mussten zu dem Tempel gelangen, das letzte Ziel der anderen Wächter und der Istra do Nahanil. Zur Verfügung stand ihm dabei nur sein Verstand und die zugegeben sehr praktischen Flügel der Gestaltwandlerin. Er vermisste seinen Orden. Währenddessen verabschiedete sich Fariba zurück in die Lüfte. Sie war nützlich, immerhin.
Die Ralgur Jäger lagen gut versteckt in den Bäumen, das hatte er bereits ausfindig machen können. Er hätte sicherlich einen oder zwei ausschalten können, doch das wäre nur der sichere Tod für sie alle gewesen, da er nicht an zehn Orten hätte gleichzeitig auftauchen können. Er schnaubte. Wenigstens der Regen ließ langsam nach.

Es ist dein verfluchter Albtraum
Eine kühle Brise strich Naemy über die Nase, umspielte ihre Lippen und brachte den Geruch einer frisch gemähten Sommerwiese mit sich. Der Regen hatte beim Tempel längst aufgehört und am Horizont spiegelte sich bereits die Sonne durch die Wälder und kündigte ihr baldiges Verschwinden und das Ende des Tages an.
„Es kann so schön friedlich sein in der Welt, nicht wahr?“ fragte ein alter Arborim, der von Naemy bisher gänzlich unentdeckt auf einem Baumstamm saß. So kümmerlich und unscheinbar wie der vor Urzeiten grau gewordene Elf da saß war es aber auch nicht schwer, ihn zu übersehen.
„Du siehst erschrocken aus, junge Elfe Naemy.“ Fuhr er fort und drehte sich damit gänzlich zu ihr um. Mit einem Mal erkannte sie, dass es der gleiche alte Elf war, den sie jedes Mal gesehen hatte, kurz nachdem sie ihre Visionen hatte.
“Erschrecke dich nicht, zumindest nicht von mir, denn ich bin nicht zum fürchten. Die Jahre haben mich langsam werden lassen und schwach. Aber ein paar Worte habe ich für dich, die du hier draußen sitzt und wartest. Darauf, dass sich alles irgendwie zum Guten wenden wird…“
Der alte Elf stand auf und tat ein paar zaghafte Schritte auf Naemy zu.
„Du hast viel gesehen in den Bäumen, die du bestimmt warst zu berühren. Lass mich dir helfen, ein bisschen mehr davon zu sehen, während du hier sitzt und deine Lebenszeit vergeudest.“
Er trat noch einen Schritt auf sie zu und berührte sanft ihr Handgelenk. Die Berührung war so rasch und gefühlvoll, dass sie auch nur geträumt hätte gewesen sein können.
Und Naemy fiel in ein tiefes Loch. Ein Loch, das dunkler war als jedes andere, das sie jemals gesehen hatte.
Sie landete in der Mitte eines brennenden Trümmerhaufens, von dem man nicht einmal mehr hätte erahnen können, was es einmal gewesen war. Sie spürte die Hitze auf ihren Wangen, spürte, wie ihre violetten Strähnen ihr ins Gesicht fielen. Und sie blickte auf und sah Adrian inmitten der Flammen stehen, mit gezogenen Schwertern und gehässigem Grinsen im Gesicht.
Und sie sah, dass vieles Gute hätte Böse werden können.
Die Flammen verschwanden und an ihrer statt trat eine Blumenwiese und eine Waldelfe, die in den Armen eines fremden Sidhe lag und ihn glücklich anschmachtete. Bei genauerem hinsehen konnte sie erkennen, dass es Nila war, ganz und gar nicht königlich, sondern jung und unschuldig.
Und sie sah, dass viel Gutes hätte gut bleiben sollen.
Plötzlich öffnete sich das Loch erneut und sie stürzte tiefer denn je.
Als sie sich abermals aus dem Dreck und den Gestank der Gezeiten erhob, sah sie alle Wächter, die sie jemals gekannt hatte und viele weitere unbekannte Gesichter vor sich. Und sie alle blickten auf in das Gesicht eines gigantischen Schattens, der mit glühenden Augen auf sie zu schwebte und ein düsteres Gelächter in ihren Ohren widerhallen ließ.
„Kämpf, um nicht zu versagen, nicht zu fallen. Versinke in der Sünde, denn du siehst, was dich erwartet. Schatten und Zorn. Dein Schmerz ist was sie alle wollen. Ich weiß, du hörst ihre Stimmen, wie sie dich rufen und an dir reißen! Du musst den Preis kennen, böse zu sein. Und es wird sie schmerzen, wenn sie merken, dass du genau dort hin gehörst!“
Die Stimme des alten Mannes hallte in ihrem Kopf wider. Und die Wortfetzen wiederholten sich immer und immer wieder.
„Das schlimmste erwartet euch erst noch, Wächter! Die Schatten sind erwacht!“
Und das Loch wurde kleiner und zog Naemy zurück in ihre eigene Welt. Doch bevor sie endgültig die Augen öffnen konnte sah sie, wie zwei Arborim auf sie zukamen. Sie waren weit genug weg, damit sie sich verstecken konnte. Und sie sah, wie sie die beiden aus dem Hinterhalt überraschte und zu Tode brachte. Und sie war nicht zärtlich dabei.
„Adrian würde es doch so wollen…“ schnatterte eine Stimme einer verloren geglaubten Freundin in ihrem Kopf. Xanthe hatte Recht. Adrian würde es doch genau so wollen. Sie liefen Gefahr, entdeckt zu werden.
Das Amulett pochte erfreut in ihrer Hand.
Der alte Elf war in den Schatten verschwunden.
Hach, heute ist wieder so ein Tag, an dem man rumsitzt und denkt:
"Hach, wieder so ein Tag, an dem man rumsitzt und denkt..."

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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von egNaemy » 19. Oktober 2018, 15:43

Naemy Grünblatt - ausserhalb des Tempels

Als sie ihr Gebet abgeschlossen hatte, sah Naemy auf und in die Ferne. Der Geruch nach frisch gemähter Sommerwiese erinnerte sie an zu Hause. Zu Hause. Ob sie damit das Leben im Turm meinte oder den Ort, an dem Adrian und sie damals der Spur nach ihrer Familie am nächsten gekommen waren, war ihr selber nicht ganz klar. Sie meinte mit "Zu Hause" auch keinen gebundenen Ort, sondern viel mehr das Gefühl der Geborgenheit, welches man verspürt, wenn man sich irgendwo zu Hause fühlt. Dieses Gefühl musste niergens konkret sein, das hatte sie auch überall, wo Adrian an ihrer Seite war. Oder früher: Wo Xanthe an ihrer Seite war. Ihre Hand ging abermals an ihren Hals und sie berührte sachte ihren Anhänger. Ach Xanthe...
„Es kann so schön friedlich sein in der Welt, nicht wahr?“, erklang dann das erste Mal die Stimme des alten Arborim. Erschrocken sah sie zu ihm auf. Wie hatte sie ihn nur übersehen können! Nun gut, ja. Waldelfen waren Meister darin, verborgen in den Wäldern zu wandeln. Dennoch. Das hätte ihr nicht passieren dürfen. Nicht hier.
Doch war er ihr offenbar freundlich gesinnt, zumal sie ihn kannte. Ja. Es war der selbe Mann, den sie jedesmal nach ihren Visionen in Verbindung mit den Bäumen gesehen hatte. Sie schwieg. Sie sah ihn nur an, liess ihn reden und schwieg. Er liess ihr ohnehin keine Zeit zu antworten und ehe sie sich versah, war sie bereits in der nächsten Vision gefangen. Sie fühlte sich schlimmer an, als alle, die sie bisher gehabt hatte. Das Loch, in das sie fiel, war tiefer und dunkler, als alle Löcher davor und ihre Angst war unendlich gross. Sie begann zu weinen. Stumm. Still. Leise. Innerhalb der Vision liefen ihr tausende von Tränen über ihre Wangen und als die Stimme des Mannes in ihrem Kopf erklang, hörte sie sich selber schreien. Sie schrie ihren ganzen Schmerz heraus, den sie mit sich herumtrug, seit sie damals den Turm zusammen mit Xanthe und den Wächtern verlassen hatte. All die Trauer, all die Wut, all die Verzweiflung...
Da. Zwei Arborim. Naemy war wie in Trance. Sie war nicht Herr über ihre eigenen Muskeln und plötzlich lagen da zwei tote Arborim vor ihr. Die sie, SIE, gerade umgebracht hatte! Wie hatte sie das nur tun können...!! Nun war sie endgültig aus der Vision erwacht und versuchte gerade voller Verzweiflung die beiden Leichen etwas beiseite zu ziehen. Sie hatte zwei unschuldige Lebewesen gerade hinterhältig ermordet, ihnen nichteinmal die Ehre erwiesen, sich wehren zu können. „Adrian würde es doch so wollen…", erschallte da Xanthes Stimme in ihrem Kopf. Sofort blitzen Bilder von dem Adrian in ihrem Kopf auf, von der Vision, wie er hätte werden können. Und Bilder von dem Adrian, wie er ganz am Anfang gewesen war, als sie ihn kennengelernt hatte. Xanthe hatte recht. Naemys Gesichtszüge verhärteten sich. Ja. Adrian würde es so wollen. Die Gefahr wäre zu gross geworden, dass man sie hätte entdecken können. Sie sah auf das Amulett und grinste zufrieden. Sie hatte nicht nur richtig gehandelt, es hatte sich auch gut angefühlt. Zu gut.
Sie sah sich noch kurz nach dem alten Mann um und schlich dann auf leisen Sohlen zurück in den Tempel, um dort zu schauen, wie die aktuelle Lage war. In ihrer linken Hand hielt sie ihren Bogen. Links am Gürtel griffbereit ihr nun blutiges Messer und in der rechten Hand hielt sie einige Pflanzensamen, bereit, diese jederzeit vor zu werfen und daraus Wurzeln oder anderes wachsen zu lassen.
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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Epikur » 11. November 2018, 22:16

Masamune

Der alte Mann versuchte die Situation zu analysieren, während er seine Waffen immer noch griffbereit vor sich liegen hatte. Eine große Chance auf Flucht bestand nicht, sie waren zu tief in den Wäldern und wie er die Ralgur-Jäger kannte, hatten sie sämtliche Pfade besetzt. Er konnte nur erahnen, wie viele es waren, doch wahrscheinlich genug, um sie alle auszuschalten. Wenigstens waren Fariba und Nihilus noch frei. Er kniff die Augen zu Schlitzen zusammen, er versuchte zu erfühlen, wo sich seine Kameraden befanden. Fariba machte ihm die meisten Sorgen, Nihilus war den Kampf alleine gewohnt, doch Fariba... Er sah sich um, Tiere bewegten sich durch die Wälder und durch den Himmel... Ein Vogel fiel ihm auf, der sich anders als die anderen verhielt. Er kam nicht um ein Schmunzeln dahin. Sie war sicher!
Er hob die Hände und trat etwas vor.
" Wir haben unsere Waffen niedergelegt, wir sind bereit zu kooperieren. Tut, was immer ihr auch tun müsst! Ich denke, Nila hat es nicht gerne, warten gelassen zu werden. Sie hat nicht umsonst den Ruf, den sie hat." Er schüttelte sich gespielt.
" Dornenkönigin. Ich frage mich, ob das nur ein Name ist, oder ob sie tatsächlich Ungehorsam mit Waldmagie bestraft."
Es schien, als hänge ihr Weiterkommen von den beiden ab. Der alte Mann bereitete sich vor zu kämpfen, er mochte es nicht, doch er war seit seinen jungen Jahren dazu bereit.

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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Liandri » 14. März 2019, 21:41

Im alten Tempel
Die Verhandlungen zogen sich dahin. Wenn man es genauer betrachtete, konnte man das Gesprochene hier aber auch kaum als Verhandlung bezeichnen. Eigentlich bestand jede Konversation darin, sich gegenseitig Vorwürfe zu zurufen und so zu tun, als ob jederzeit die Hölle persönlich über den jeweils anderen hereinbrechen würde. Weder Nila, noch dieser Thyr-Avvar schienen einen Millimeter von ihrer Position abrücken zu wollen.
Anor spürte, wie sich die Spannung an seinen Muskeln langsam löste und wie er stattdessen begann, sich von all dem Gerede anstecken zu lassen - Er war einfach nur noch genervt.
Adrian war nicht entgangen, dass Naemy sich in einen der vielen Korridore geschlichen hatte, die das Zentrum des Tempels verließen. Doch auch wenn er ihr gerne gefolgt wäre, so hatte er doch nicht die Gelegenheit dazu. Also konzentrierte er sich wieder darauf, dem Pulk an Beleidigungen und Vorwürfen zu folgen und vielleicht doch herauszuhören, welche der beiden Seiten die bessere Wahl für sie war.
Nachdem er Nilas Hasstiraden nun schon gefühlt seit ein paar Monaten über sich hatte ergehen lassen, neigte er persönlich zu der Meinung, dieser verdammten Elfenfrau einfach den Mund zu stopfen, nur um endlich seine Ruhe zu haben.
Anor war indes dazu übergegangen, nach Indizien zu suchen Irgendetwas in ihm ließ ihn spüren, dass Thyr-Avvar recht hatte. Und so sehr er sich auch gegen diesen Instinkt sträubte, Nila schien weit weniger die großartige Herrscherin zu sein, die die Arborim ihnen allen weiß machen wollten. Im Gegenteil: Nila benahm sich wie ein kleines Kind, dem man sein Spielzeug weg genommen hatte.
..."werde euch und euresgleichen ein für alle Mal vernichten..."
Ihre Wortwahl war so grobschlächtig wie die eines Bauerntrampels, dachte sich der Paladin und war zunehmend genervt von der Königin. Er fragte sich, woher wohl diese plötzliche Abneigung gegenüber der Königin rührte. "...Die Verräter gleich mit..."
Anor horchte auf. Es reichte ihm jetzt endgültig. Zusammen mit Vetsthari, der sich fast gleichzeitig aus seinem Sessel erhoben hatte wie er, stand er auf und verschaffte sich die Aufmerksamkeit der meisten Elfen und Wölfe. Irgendwann mussten auch Nila und Thyr-Avvar erkennen, dass jemand anderes etwas zu sagen hatte. "Es reicht!" sprach Anor mit der Autorität eines Paladin Peirons.
Nila sah ihn abschätzig und mit erhobenen Augenbrauen an, doch Vesthari schnitt ihr geradewegs ins Wort: "Ihr sprecht von Verrätern und tut so, als wärt nicht Ihr es gewesen, als wärt nicht Ihr die, die die Wächter hat verfolgen lassen und die nun hier steht mit einer Armee, wo wir vorgegangen sind um für Euch zu sterben!"
"Ihr hättet kämpfen sollen, statt mit diesem Ungeziefer zu verhand..."
"Wir unterstehen nicht Eurer Autorität, Euer Hoheit. Wir haben lediglich auf eine Bitte Eurerseits geantwortet. Denkt nicht, dass wir nicht das Recht dazu haben, zu sprechen, anstatt uns gegenseitig zu zerfleischen. Nur, weil Ihr das so möchtet."
Nila wollte gerade erneut zu sprechen beginnen, da regte sich etwas in Anor. Ein Glitzern in Nilas Augen... Eine Handbewegung zu viel... Nila verhielt sich nicht wie zuvor. Sie verhielt sich... unnatürlich... Seine Hand kribbelte. Er warf Vesthari einen Blick zu, der genügte, um den Sidhe zu informieren.
Nila war wieder dazu übergegangen, sie alle mit einer Schimpftirade zu belegen, als erneut Vesthari das Wort ergriff, dieses Mal mit einer lauten, festen Stimme.
"Königin Nila: ihr seid ein Kind! Ihr habt euch in Angelegenheiten eingemischt, die zu groß sind für Euren Intellekt und nun wollt Ihr über Leichen gehen, um diesen Fehler auszubaden. Keiner trägt die Last der Schuld mehr auf seinen Schultern als Ihr selbst!"
Thyr-Avvar wollte etwas sagen, doch selbst den Dämon brachte Vesthari zum schweigen. "Im Namen der Sidhe und der Wächter in diesem Tempel bekenne ich, Lord Vesthari, Im Namen der Falkengarde Lorayas und Im namen von Peirons Faust, bekenne ich Euch als schuldig des Verrats an Eurem eigenen Volk. Wir hätten ahnen sollen, dass die Inkompetenz, die seit einigen Jahren von Arborea ausgestrahlt wird, einzig und allein durch Eure eigenen Unzulänglichkeit ausgelöst wurde. Lasst uns und die Wolfselfen frei, andernfalls werdet Ihr hier und jetzt für Eure Sünden bezahlen und vor Yaal Rechenschaft ablegen, wie es schon vor langer Zeit hätte der Fall sein sollen."
Die Anspannung war nun zum greifen Nahe. Die Seite war gewählt, die Krone würde fallen - Und mit ihr würden tausende Flammenherde entfacht werden. Doch es war die einzig richtige Entscheidung. Es war der einzige Weg, den wahren Dämon zu besiegen.
Nila konnte man nicht überzeugen. Sie konnten nicht mehr für sie kämpfen. Sie hätten niemals für sie kämpfen können. Von Anfang an war geplant, die Falkengarde und den Schlagarm der Schwarzwacht auszuradieren. Auszulöschen unter der Flagge eines falschen Freundes. Anor ekelte sich, als ihn diese Erkenntnis überwältigte.
Viele der Arborim schienen unschlüssig, wie sie sich zu verhalten hatten, als Nila zum Angriff blies. Doch letztlich standen sich nun Armee und Armee gegenüber und das Fegefeuer erreichte sie schnell.
Anor nickte Adrian und den anderen Wächtern zu: "Flüchtet in die Korridore. Kämpft, wenn ihr müsst, aber tötet nicht unnötig. Und lasst die Wölfe in Ruhe!"
An dieser Stelle wurde es unübersichtlich und Anor wusste nicht mehr, wer zu wem gehörte und wer sich wo befand.
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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Liandri » 14. März 2019, 22:04

Ralgur - Jäger, Nihilus - Auf dem Weg zum Tempel
Der alte Mann hatte recht. Die maskierten Arborim nahmen die Waffen an sich und führten sie schließlich durch den Wald. Ralgur Jäger waren ohnehin noch nie sonderlich gesprächig gewesen und das hatte sich auch dieses Mal nicht geändert. Die Lage war verzwickt, das wussten alle. Nihilus schlich, so gut er eben konnte, neben des Trupps her. Sein Instinkt sagte ihm, dass er in ihrer Nähe bleiben musste, dass ein zu schnelles vorpreschen sie alle verraten könnte.
Auf einmal stockte ihm der Atem. Eine Wolfselfe stand direkt vor ihm, das Maul tief in einen toten Ralgur Jäger gegraben. Die Augen des Wolfes blitzten auf und sahen in die geweiteten Augen Nihilus'
Er richtete sich auf und krächzte: "Keine Schatten verfolgen euch. Die Jäger sind mit ihrer Beute allein. geht zum Tempel. Wir brauchen Hilfe!"
Eine Träne kam aus den Augen des Wolfs. Dann hetzte er davon. Hinaus auf den Weg. Die Wölfe griffen die Ralgur Jäger an um... ihnen zu helfen?!
Nihilus zog ein Schwert, stürmte auf den Weg und kam gerade rechtzeitig an, um vor Masamune stehen zu bleiben. Die Ralgur Jäger waren tot oder verschleppt. Und kein Wolf war in ihrer Nähe.
"Was zum..?!" mehr brachte er nicht heraus.
"Beeilt euch... Wir brauchen Hilfe!" schrie ein Wolf aus der Ferne.
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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Selenja » 14. März 2019, 22:26

FaribaNass über dem vermaledeiten Grünzeug

Wie hoch flog sie eigentlich? Sah Sie vom Boden aus wie ein Adler oder wie ein Spatz? Eine Fledermaus? Es war eine neu entfachte Entschlossenheit, die sie gepackt hatte, vielleicht seitdem sie vor sich eine winzige Lichtung erkannt hatte. Vielleicht war es auch nur die Sonne, die endlich, bei den Göttern, endlich, den Regen linderte, bevor sie sie alle in einer vollkommenen Dunkelheit zurück lassen würde. War das nicht fantastisch, ein Wald vollgepackt mit Wesen, die sie umbringen wollten. Vollkommen neues Szenario. Es war nur noch dunkel dabei. Die Wolfselfen, die sie aus der Luft gesehen hatte, waren aufgebrochen, nicht länger mehr stumme Wächter. Für einen kurzen Moment wusste sie nicht was sie tun sollte. Sie liefen in die Richtung aus der sie gekommen war. Was, wenn sie die verbleibenden Wächter ebenso angreifen würden? Was, wenn es nur ein weiterer Hinterhalt war?
Sie stand in der Luft. Schluckte. Schüttelte den Kopf. Legte die Flügel an. Ja, mit einem halsbrecherischen Sturzflug hielt sie auf die kleine Lichtung zu. War das? War das Naemy?! Es trennten sie noch gut und gerne 15 Meter von einer sicheren Landung und die nutze ihr Verstand für ein Wechselbad der Emotionen. Beginnend mit Erleichterung, verflucht großer Erleichterung, schwankte das schnell in Verwirrung und Beunruhigung um, als sie sah, dass Naemy zwei regungslose Körper beiseite zog. Was war geschehen? War sie verletzt? Nicht schnell genug konnte sie landen, zu schnell war die Elfe in eine uneinsehbare Richtung verschwunden. Aus Angst ungewollt jemanden aufzuschrecken, den sie nicht aufschrecken sollte verlangsamte sie ihre Geschwindigkeit noch weiter und setzte dann vorsichtig auf der kleinen Lichtung auf. Schnell besah sie die beiden Körper. Arborim. Tot. Was war hier geschehen?! Kein schöner Tod. Hastig sah sie sich um und folgte Naemy in den dunklen Korridor. Diffuse Lichtquellen liesen sie noch sehen, wie ein Schatten um eine Kurve huschte und sie hastete mit angelegten Flügeln hinterher. “Naemy” – ein Versuch sie mit Ihrer Stimme zu erreichen, ohne etwaige andere Zuhörer aufzuschrecken. “Naemy!

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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von egNaemy » 14. März 2019, 23:02

Naemy Grünblatt - im Tempel

Naemy hatte Blut geleckt. Nun dürstet es ihr nach mehr. Ihr Name wurde gerufen, die Stimme dahinter kam ihr bekannt vor. Doch es war ihr egal. Weiter. Eine Abzweigung und weiter geradeaus, bald wäre sie am Ziel. "Naemy!", erneut der Ruf! Bei Yaal, wer oder was wollte genau jetzt etwas von ihr? Was konnte so wichtig sein?!
Naemy verlangsamte ihre Schritte, um kurz über die Schulter nach hinten zu sehen. Fariba. "WAS?!", schrie sie ihr zu, rannte dann aber bereits wieder schneller weiter. "Keine Zeit! ...erzähl mir einfach unterwegs, was so super wich-" Naemy wurde unterbrochen, da die Korridore dann schneller zu Ende waren, als sie damit gerechnet hätte. Und vor sich sah sie ein Schlachtfeld. Was zur Hölle war hier schon wieder passiert, dass alles eskaliert war? "....was..?", aber egal. Genau das hatte sie gewollt. So zögerte sie keine Sekunde, vergass Fariba und verschaffte sich innert Sekunden einen Überblick, wer denn gerade eigentlich gegen wen am Kämpfen war. Kampfbereit wollte sie sich auch in die Schlacht stürzen, doch lief sie dann Anor und Adrian förmlich in die Arme, welche sich wohl gerade bis hierhin vorgekämpft hatten. Hinter ihnen eine Schar wilder Arborim. Offenbar die Feinde in diesem Kampf. Also wollte Naemy angreifen, doch abermals wurde sie daran gehindert. Denn starrten sie einige der Arborim aufeinmal mit weit aufgerissenen Augen an, schrien auf, drehten sich um und rannten davon. Andere Waldelfen sahen erst die Flüchtenden an, dann suchten sie nach dem Grund. Erneut wurde Naemy angestarrt, dann schrien die Starrenden auf und rannten davon. Eine Kettenreaktion entstand und bald rannten sie alle schreiend vor Angst zurück ins Schlachtfeld. Damit aber nicht genug. Die Wolfselfen stürtzten sich auf die Arborim und zerfetzten ihre Beute. Naemy beobachtete das Szenario mit grossem Interesse. Sie hatte schon viel seltsames gesehen, seit sie mit den Wächter unterwegs war. Aber so etwas bestimmt noch nicht. Doch mehr als ein Schulterzucken gab sie dazu als Kommentar nicht von sich.
Zuletzt geändert von egNaemy am 23. März 2019, 21:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Epikur » 17. März 2019, 22:54

Masamune

Der alte Mann war gefasst, lange durch diesen Wald zu laufen. Sie hatten mit Nihilus und Fariba noch zwei Asse im Ärmel, falls alles schieflaufen sollte. Er rechnete damit, dass sie zu Nila geführt werden würden und er vielleicht vernünftig mit ihr reden könnte. Immerhin war all das auch mit ihr zusammenhängend, junge Herrscher waren immer ein besonderer Fall. Sie wollten sich beweisen und nahmen dafür oftmals jede Gelegenheit wahr. Der Weg war nicht lange, da wurde ihr Marsch schon unterbrochen. Eine Wolfselfe war erschienen und der tote Arborim in seinem Maul war dem alten Mann Schock und Aussage zugleich.
"Keine Schatten verfolgen euch. Die Jäger sind mit ihrer Beute allein. geht zum Tempel. Wir brauchen Hilfe!" Dieser Satz war das Wesentliche und es genügte dem alten Mann, sich die Vorkomnisse zusammenzureimen. Wenige Sekunden später stand Nihilus neben ihm. Masamune nahm seine Waffen auf, nachdem die Waldelfen vertrieben worden waren.
" Nihilus, ich glaube, unser nächstes Ziel ist klar. Es scheint, als würden wir am Tempel gebraucht werden." Der Kopf des alten Mannes ratterte. Vielleicht war es langsam an der Zeit, Hilfe von aussen zu holen. Er setzte sich in Bewegung, mit einer Eile und Hast, die man einem Mann in seinem Alter nicht zutrauen würde.

Titan

" Das war unfassbar unweise von Euch, Vesthari." sagte er enttäuscht. Die alten, mossbewachsenen Säulen schienen an ihnen vorbeizurauschen; Titan hatte eines seiner Kurzschwerter gezogen, für einen Moment nicht sicher ob er Vesthari eine Narbe verpassen sollte, als Andenken an seine enorme Torheit. Einen Gegner wie Nila so zu provozieren, noch dazu in ihrem eigenen Reich.
" Ich bin enttäuscht." Eine scharfe Biegung brachte ihn beinahe ins Stolpern, Hife auf glattem Steinboden waren immer gefährlich für ihn gewesen. Er konnte die Rufe der Waldelfen hören, sie mussten nahe sein.

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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Liandri » 20. März 2019, 18:47

Nihilus do Nahanil - Befreiung des Tempels der Urelfen
Nihilus war schlitternd ins stehen gekommen. Es stimmte also. Die Wolfselfen hatten den Wächtern nichts getan. Er konnte sich allerdings nicht wirklich vorstellen, warum dem so war. Generell schien es, als wären ihre Verbündeten binnen Stunden zu ihren Feinden geworden und umgekehrt. Der Kampf musste also schon begonnen haben.
Nihilus war kein Dummkopf. Er wusste, dass Nila ihnen allen zahlenmäßig überlegen war. Weit überlegen. Und sie, die sie übrig geblieben waren, hasteten nun in aller Eile auf ihr eigenes verderben zu. Warum folgte er ihnen? Warum brachte er sich nicht in Sicherheit? Heldenlieder sang man so oder so nicht über die Istra do Nahanil. Weder über lebendige, noch über tote. Warum also sollte er ihnen folgen? Die Antwort auf diese Frage kannte er nicht...Und dennoch hastete er dem alten Mann hinterher. "Vesthari wird nicht unvorbereitet in den Tempel gestürzt sein. Wenn wir Glück haben, ist es kein offener Kampf und wir halten bereits den Tempel. Dann könnten wir denen, die auch immer unser Feind sind, entweder in den Rücken fallen oder sie aus dem verborgenen behindern..."
Sie rannten so schnell sie konnten und schon bald lichtete sich der Wald etwas und die Ruinen des Tempels kamen zum Vorschein. Ein Tempel, der verlassen sein sollte...
Niemand wusste um die Funktion dieses Tempels, und die Magie der Ahnen war weit stärker als die heutige... So sagte man zumindest.
Als der zweite Teil der Wächter beim Tempel ankam, wurde das Ausmaß dieses Konfliktes mehr als deutlich. Überall waren Schreie zu hören und heilloses Chaos war ausgebrochen, da niemand so recht wusste, wer jetzt eigentlich gegen wen kämpfte.
Eine Schar Wolfselfen war den Arborim in den Rücken gefallen, zumindest konnte man das den entrissenen Gliedmaßen an dessen Eingang entlehnen und die Istra do Nahanil sowie die Falkengarde hatte sich in einem der breiteren Korridore verschanzt und führte nun, angeführt von Lordin Falkenauge, einen erbitterten Kampf gegen die Soldaten Nilas, die sich ihrerseits eingeklemmt zwischen den Wolfselfen und den Sidhe vorfanden.
Nihilus blieb verwirrt stehen... "Was sollen wir machen?" fragte er Masamune verwirrt.
Tuor hatte die Ohren angelegt und sich bedeckt gehalten. Innerlich kämpfte er zwischen der Loyalität zu seiner Königin und der Truppe, mit der er nun schon eine Weile gegangen war. Was war hier los?
Was sollten sie nur tun? Nila beistehen und vielleicht gegen ihresgleichen kämpfen, gegen die Wächter... oder blindlings die Truppen der Arborim angreifen, denen, die eigentlich verbündete waren. Niemand kam ihnen entgegen, niemand wollte sie aufklären.
Hach, heute ist wieder so ein Tag, an dem man rumsitzt und denkt:
"Hach, wieder so ein Tag, an dem man rumsitzt und denkt..."

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Liandri
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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Liandri » 20. März 2019, 19:08

Adrian Skavandir / Anor der Gerechte / Hanir von den Haestrom Landen - Befreiung des Tempels der Urelfen
Adrian schrie wütend auf, als das Chaos begann. Was hatte Vesthari sich nur dabei gedacht. Er hätte wenigstens warten können, bis sie sich eine vorteilhafte Stellung erarbeitet hatten. So aber waren sie wie lebende Zielscheiben zwischen den fronten gestanden, als Nila den Angriff befohlen hatte. Es schien inzwischen kein Geheimnis mehr zu sein, dass die Dornenkönigin ohnehin ihrer aller Tod längst befohlen hatte. Vielleicht war ihr Schicksal für sie schon besiegelt gewesen, als sie das erste Mal in ihren Thronsaal gekommen waren.
Es grenzte an ein Wunder, dass keiner von ihnen ernsthaft verletzt worden war. Bis auf Hanir, dem ein Pfeil aus der Schulter ragte, hatte es niemanden von ihnen erwischt. Und wäre da nicht der Pfeil gewesen, hätte man auch den munter kämpfenden Hanir nicht als verletzt ansehen müssen. generell schienen die Arborim und die Wolfselfen so sehr auf sich selbst konzentriert, dass sie sich beinahe schon gemütlich entfernen konnten. Das gefiel dem Alchemisten überhaupt nicht.
Er, Titan, Hanir und Vesthari wurden in die andere Ecke des Tempels gedrängt. Nun versuchten sie, einigermaßen am leben zu bleiben und nicht totgetrampelt zu werden. Angegriffen hatte man sie bisher kaum.
Er blickte zu Vesthari, der verbissen jeden Arborim entzwei teilte, der ihm in die Quere kam. Es war eins seltsamer Anblick, einen Sidhe Arborim schlachten zu sehen. In diesem Moment kam Vesthari ihm nicht vor wie der Hauptmann der Königsgarde, den er so lange schon respektiert hatte. Dieser Vesthari hier war ein Metzger, den man zur Schlachtbank gerufen hatte.
Adrian sah auf und bemerkte, dass Naemy zurückgekehrt war, nur um im nächsten Moment in einen Korridor ganz am anderen Ende des Tempels gedrängt zu werden. Er fluchte leise.

Anor und die Wächter, die bei ihm standen, wurden immer weiter zurück gedrängt. Doch auch sie waren nicht das Ziel dieses Angriffes. Es fühlte sich komisch an, in dieser Schlacht mitzuwirken. Wie als wäre man ein kleines Kind, das mit den größeren Ball spielen wollte, dabei aber immer übergangen wurde.
Ihm konnte es recht sein. Es war recht einfach gewesen, seine Leute am Leben zu halten und selbst ebenfalls zu überleben. Und so schafften sie es in einen Raum zu gelangen in dem nichts stand, außer ein gigantischer Spiegel, der schon halb verfallen war. "Stellt euch vor die Tür, lasst niemanden herein. Wir greifen erst wieder an wenn wir wissen, was hier eigentlich vor sich geht. "
Hach, heute ist wieder so ein Tag, an dem man rumsitzt und denkt:
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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von egNaemy » 20. März 2019, 19:39

Naemy Grünblatt

Naemy wollte gerade Adrian fröhlich zulächeln, ungeachtet von der Tatsache, dass gerade Artgenossen von ihr zerfleischt wurden. Doch raste die Zeit manchmal viel zu schnell, denn diese Millisekunde des Zulächelns war sogleich wieder vorbei. denn der Kampf hielt schliesslich nicht einfach an, nur weil jetzt eine Naemy einem Adrian unbedingt zulächeln wollte...
Naja was solls. Gleichgültig zuckte sie mit den Schultern, griff nun endgültig nach ihrem Bogen und stürzte sich hoch erfreut in das Getümmel. Der Spass hielt aber leider viel zu kurz an. Kaum hatte sie sich zu Anor durchgekämpft, um ihm im Kampf beizustehen und vielleicht mal zu erfahren, wer denn nun eigentlich genau gegen wen kämpfte..und warum.. wurden sie zurückgedrängt.
Und da stand Naemy nun also. In einem Raum mit einigen ihrer Freunden, ohne Adrian, und mit einem Spiegel. ...mit einem Spiegel? Ihr Blick schweifte halb interessiert, halb gleichgültig über das Spiegelbild. Sie wollte sich dann auch sogleich davon abwenden, um Fariba zu fragen, was diese zuvor von ihr hatte wollen, als sie innehielt. Diejenigen Spiegelungen, die sie von ihren Wächterfreunden im Spiegel sehen konnte, sahen ganz normal aus. Aber ihr eigenes... Nun leicht angespannt ging Naemy näher an den Spiegel heran und atmete scharf die Luft ein. Sie sah aus wie eine gigantische Wolfselfe! Kein wunder waren die Arborim zuvor von ihr weggerannt! "Bei Yaal...", flüsterte sie leise. Langsam drehte sie sich um und versuchte anhand der Gesichtsausdrücke ihrer Kollegen zu erfahren, was die von ihrer neuen Erscheinung hielten. Doch die meisten beachteten sie gar nicht. Daraus folgerte Naemy, dass diese das nicht sehen konnten. Was war hier los`?
Ein Schrei riss sie aus ihren Gedanken. Fariba! Ihre gute Freundin schrie aufeinmal auf, woraufhin Naemy diese schnell zu sich zog, um sie zum einen aus einer allfälligen Gefahrenzone zu ziehen und zum anderen um zu schauen, was los war. "Fariba?!"
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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Selenja » 20. März 2019, 20:15

Fariba

Was bitte war hier los?! Ein Kampf war nichts Neues für die Wächter, und wenn sie sich auch nie daran gewöhnen können würde und wollte, es war, nichts, Neues. Was aber durchaus sehr neu und sehr beunruhigend war, war eine Naemy, die danach dürstete. Und genau danach sah die liebenswerte Elfe aus. Mit wildem Blick fauchte sie ihr fast schon garstig eine Antwort entgegen. Ja sie zeigte keinerlei Reue ob der Toten, die sie draußen zurückgelassen hatte. Das Blut tropfte noch von Ihrem Messer, und ihr Blick war, als wolle sie in diesem Tempel einen Brunnen errichten, gleich wer sein Blut dafür hergeben würde. Mit all dem lies sie Fariba schon fast verdutzt stehen, bis sie sich fing und ihr hinterher hechtete. Es war schwer zu entscheiden was sie dabei mehr verwirrte, dass Naemy sie einfach hatte stehen lassen oder die Tatsache, dass sie keiner in diesem Kampf aufhielt oder dabei behinderte.

Am liebsten hätte Sie Peiron ein Stoßgebet entgegen geschickt, als sie Anor sah. Es war so absurd in Mitten dieses Kampfes zu stehen, ohne Partei, ohne Ziel und ohne Ziel zu sein. Gemeinsam mit einem Großteil der Wächter hatte sie es nun in diesen Raum geschafft und erlaubte sich vorrübergehend wieder normal zu atmen. Bis ihr die Luft unsanft aus dem Körper gejagt wurde. Ehe sie sich versah oder dafür eine Erklärung fand wurde sie von Naemy zur Seite gezogen und fest umklammert. “Was...” Sie besah die Elfe noch irritierter als sie es schon den ganzen Weg von der Lichtung bis hier her getan hatte. “Was ist los mit dir Naemy?” Irgendetwas stimmte mit der Elfe absolut und wirklich gar kein Stück.

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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von egNaemy » 21. März 2019, 22:36

Naemy Grünblatt

Naemy lliess Fariba wieder los und wich ein, zwei Schritte von ihr zurück. Einfach nur, um einen anständigen und angenehmen Abstand für ein Gespräch zu haben. "Was soll schon sein?", fragte sie zurück, "Wir sind hier mitten in einem Tempel im Nirgendwo, die Königin meines Volkes ist am durchdrehen und mein eigenes Volk hat sich entweder in Wolfsviecher verwandelt oder wird von eben jenen zerfleischt." Sie sprach eher sachlich. Nicht so emotional und aufgebracht, wie sie das wohl vor einem Jahr noch getan hätte. Eher so, als würde sie aus einem Fachbuch vorlesen. Dann aber wurde ihre Stimme aufgebrachter. Wut schwang in ihr mit, Enttäuschung, Frustration. "Und jetzt?! Jetzt stehen wir hier SINNLOS in einem Raum mit einem ... einem... einem SPIEGEL! rum." Sie atmete aufgebracht auf, fuchtelte mit ihren Händen herum und drehte sich dann zu Anor um. "Ja genau. Was geht hier eigentlich vor?" Dann wandte sie sich nochmal an Fariba: "Und was wolltest du eigentlich vorhin von mir?"
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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Epikur » 23. März 2019, 21:24

Masamune

Der alte Mann rannte so schnell wie er noch nie zuvor in seinem Leben gerannt war. Die Wolfselfen attackierten wieder offen die Waldelfen und das ohne Gnade. Der Kampf schien brutaler geworden zu sein, die Wolfselfen schienen beinahe verzweifelt zu sein, sie baten, flehten um Hilfe. Das gefiel dem alten Mann überhaupt nicht. Er wich einem abstehenden Ast aus, der ihn beinahe am Kopf getroffen hätte. Es musste etwas passiert sein, irgendjemand musste kurzentschlossen etwas Unpassendes getan oder gesagt haben und der Frieden war gebrochen. Auch wenn es sowieso ein morscher Frieden war, so war es Frieden nichtsdestotrotz. Er sah zu Nihilus.
" Da stimme ich zu. Vesthari ist zwar ein Hitzkopf, doch selbst er wird nicht so... unachtsam sein, die Waldelfen zu provozieren. Darauf dass alles gut ist können wir uns jedoch nicht verlassen. Machen wir uns auf das Schlimmste gefasst." Kaum hatte er das ausgesprochen waren sie an dem alten Tempel angekommen. Es war ein beeindruckendes Stück Architektur, uralt und umgeben und durchströmt von alter Magie. Dieser Ort musste tausende Jahre alt sein. Er war duch und durch mit Pflanzen bewachsen und nun sah es wie ein übergroßer Stein aus.
" Starke Magie." flüsterte er vor sich hin. Der Kampf hatte auch hier seinen Platz gefunden, überall waren seine Spuren zu sehen. Kein Arborim und keine Wolfelfen waren zu sehen. Es schien alles für sie vorbereitet zu sein. Er traute diesem Frieden nicht. Er wandte sich an seine Kameraden. Er blieb bei Tuor stecken, der Waldelf schien in die Leere zu starren. Er nahm ihn beim Arm und zog ihn zu den anderen, ihn hoffentlich aus seiner Trance weckend. Der alte Mann setzte sich auf den Boden.
" Wir müssen entscheiden, wie wir vorgehen. WIr wissen nichts über die Vorgänge im Tempel, all das könnte eine Falle sein. Tuor, gibt es etwas, dass du über den Tempel weißt? Vielleicht jemand anders? Alles ist nützlich." Er rieb sich den Bart, dann nahm er etwas Erde in die Hand.
" Wir brauchen Informationen." sagte er, Nihilus anstarrend. Er begann, die Erde zu formen.
" Halt still, Nihilus." sagte er, ernst und hochkonzentriert. Der alte Mann formte und knetete und wenig später war ein Abbild von Nihilus aus Erde entstanden. EIn Mini-Golem.
" Er wird uns helfen. Mit dieser Figur kann ich in den Tempel gehen, ohne einen von uns zu riskieren. Dieser Zauber erfordert jedoch, dass ich still sitze. Ich muss auf euch zählen, dass niemand uns aus dem Hinterhalt angreift. Wenn wir angegriffen werden, müsst ihr mich wecken." Er sah sich um und griff dann nach einem dicken Stock, den er Nihilus in die Hand drückte.
" Damit. Du weißt, was du zu tun hast." Der alte Mann zwinkerte mit einem Auge, dann setzte er sich auf den Boden. Der Zauber begann und die Figut begann sich zu bewegen.

Titan

Die Gruppe wurde weiter durch den Tempel gejagt. Sie mussten schon dutzende Male abgebogen sein, ohne wirklich zu wissen wo sie waren. Der Ausgang war inzwischen wahrscheinlich schon meilenweit entfernt. Titan schnaufte verärgert, wich gerade noch einem Arborim-Pfeil aus. Er sah zu Vesthari, der die ganze Zeit nichts gesagt hatte, was dem Zentauren sehr merkwürdig vorkam. Doch war er zu beschäftigt, als dass er sich damit beschäftigen konnte. Sie rannten weiter und landeten schließlich in einem separaten Raum innerhalb des Tempels. Der Zentaur ging als letzter hinein und verbarrikadierte die Türe. Er sah sich um, während er Atem schöpfte. Ein leerer Raum, nur ein großer Spiegel darin. Was war das für ein Raum?

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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Liandri » 23. März 2019, 22:45

Vor dem Tempel

Nihilus nickte aufmerksam. Der alte Mann war faszinierend. Er hielt den Stock in der Hand und nickte den anderen zu. Tuors Ohren waren angelegt. Es gab.. allerhöchstens Gerüchte zu diesem Tempel. Allein hier zu sein erfüllte ihn mit Furcht. Tempel wie dieser waren in ganz Arborea verstreut. Und sie alle wurden zu heiligem Boden erklärt. Seit Jahrhunderten war es nur wenigen Elfen gestattet, diese Ruinen aus der alten zeit zu betreten. Zu gefährlich seien die Zauber, die die Urelfen auf ihnen abgelegt hätten, hieß es. Und doch standen sie hier und der Tempel wirkte, als würde er sich gar nicht darum kümmern, dass er plötzlich so voller Leben war.
Er erinnerte sich, dass manches Mal Expeditionen von den verschiedenen Königen in Arborea ausgesandt wurden, um die Mysterien im Tempel zu ergründen. Nie drang zu ihm durch, was aus ihnen wurde.
Er schüttelte den Kopf. "Wir sollten nicht hier sein." Mehr brachte er nicht heraus.
Im Inneren tobten die Kämpfe, die Barrieremagier hatten es geschafft, sich in einen Korridor zurückzuziehen, als das Feuerwerk begann. Die Falkengarde und die Istra do Nahanil hielten den Korridor und töteten jeden, egal ob Arborim oder Wolfselfe, der sich in ihren gang verirrte. So war ihre Strategie am besten. Einmal davon abgesehen, konzentrierten sich die meisten Soldaten Arboreas ohnehin auf die Wolfselfen, da diese weit zahlreicher waren, als Nilas Generäle das vorher angenommen zu haben schienen. Zweifellos war geplant, dass alles, was nicht Waldelfe war, in diesem Inferno versunken würde.

[Einige Minuten später]

Ein alter Arborim trat auf die Lichtung vor den Tempel. Es war der selbe, der Naemy zu ihren Visionen verhalf.Seine schrumpeligen Hände erhoben sich, um zu zeigen, dass er keine Waffen bei sich trug.
Er setzte sich neben Masamune und sah die Truppe friedlich an. Er würde warten, bis der Mensch erwachte und sie weisen. Es musste so sein.
Nihilus sah den mann misstrauisch an, unschlüssig, was er tun sollte. Zweifellos hatte Masamune bereits in Erfahrung gebracht, wie es im Inneren aussah. Also schlug er ihm den Ast auf den Kopf.

Als Masamune sich auf seine alte neue Umgebung eingestellt zu haben schien, sprach der alte Arborim in ruhigem Tonfall nur zu ihm. "Der Eingang ist euer Ende. Folgt mir, ich führe Euch zu Euren Freunden. Führt Sie aus diesem Tempel, denn heute wird es keinen Sieg zu holen geben. Die Elfe Naemy steht kurz vor dem Wahnsinn und Euer Freund Anor ist im Begriff, einen schweren Fehler zu begehen. Ich führe euch hin, damit ihr die Prüfung, die bald auf Euch zukommen wird, bestehen könnt."
Der alte Elf erhob sich und führte sie langsam um den Tempel herum. "Es eilt nicht. Wir kommen genau zur rechten zeit."
An einer Stelle, an der man den tempel kaum noch erkennen konnte, erhob sich ein Loch aus dem Boden. Der alte Elfe zeigte hinein. "Dort werdet ihr den Paladin und den ersten Teil eurer Gruppe finden. Ich sorge dafür, dass der Rest zu euch stoßt. Haltet diesen Korridor. Er ist Eure einzige Chance."
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Re: Librios Kapitel IV-II - Es möge brennen in euren Herzen

Beitrag von Epikur » 23. März 2019, 23:51

Masamune

Der kleine Golem bewegte sich rasch und behände durch die Tempelanlage. Masamune sah, was der Nihilus-Golem sah, konnte hören, was er hörte. Eine Eigenschaft seiner Erdmagie, empathische Fähigkeiten zu übertragen. Es war ein Schlachtfeld, überall lagen Leichen, verstümmelt, zerstückelt, manchmal konnte man nicht erkennen, wer wer war. Der alte Mann schüttelte innerlich den Kopf. Es war also Krieg. Er hatte dieses Schauspiel schon so oft gesehen in seinem Leben und niemals änderte sich etwas an den Tragödien. Er lief weiter, unbemerkt bisher, er erwartete nicht, viel zu sehen. Er versteckte sich im Schatten, als eine Gruppe Arborim vor ihm auftauchte. Er konnte sie reden hören, sie sprachen über die Eindringlinge, die Wächter und die Elfen. Sie mussten sie finden! Also waren sie noch am Leben! Der alte Mann atmete innerlich auf. Gerade wollte er sich weiter auf den Weg machen, als er schlagartig wieder vor dem Tempel aufwachte. Sein Golem zerfiel zu Erde. Der alte Mann sah sich um, er sah zu Nihilus.
" Musste das so hart sein?" beschwerte er sich, als er bemerkte, dass jemand neben ihm sass. Masamune sah auf. Der alte Waldelf sah ihn beruhigend an.
" Und wer seid Ihr?" fragte er, doch wurde unterbrochen. Der Waldelf schien uralt zu sein und... sich bestens mit dem Tempel auszukennen. Er zeigte ihnen einen alternativen Zugang. Masamune sah in das dunkle Loch hinab. Er entzündete eine Flamme in seiner Hand. Der Weg war lange und düster. Er war nicht überzeugt.
" Warum tut Ihr das?" fragte er den alten Waldelfen.

Titan

Titan sah sich um. Ausser dem Spiegel war hier wirklich nichts. Die anderen sahen sich um, doch es schien wirklich leer zu sein. Er sah sich den Spiegel näher an. Er war in die Wand gesetzt, dahinter war nichts.
"Merkwürdig. Warum würde jemand hier einen Spiegel einbauen?" Er sah sich um. Vesthari hatte sich noch immer nicht bewegt.
" Vesthari. Was denkt ihr?" Der Elf reagierte nicht. Der Zentaur wurde ungeduldig. Er ging näher, der Elf reagierte nicht.
" Vesthari!" De Zentaur holte aus und schlug mit der flachen Hand an den Hinterkopf des Elfen.
" Wacht auf." Titan schüttelte den Kopf, um sich dann wieder dem Spiegel zuzuwenden. Erst jetzt fiel ihm ein Gefäss auf, das neben dem Spiegel in einer schattigen Ecke stand. Er beäugte sie kritisch, es war etwas blaue Flüssigkeit darin. Neugierig nahm er sie auf. Kaum hatte er sie berührt, spürte er, wie etwas in seinem Kopf geschah. Er fühlte, wie sein Kopf sich dehnte und zusammenzog und beinahe wie in einem Delirium sah er Bilder vor seinem inneren Augen dahinschießen. Ein Waldelf, blau gekleidet wie die Flüssigkeit sah ihn durchdringend an. Im nächsten Bild hatte er die Flasche in der Hand die er dem Zentauren hochhielt und erst auf sich und dann auf die Flasche zeigte. War er etwa darin gefangen? Dann zeigte der Waldelf auf den Spiegel, der sich öffnete und einen Weg öffnete. Danach waren sie im Wald der Arborim und der Waldelf stellte die Flasche in eine schattige Stelle. Er sass auf einem moosbewachsenen Stein und hielt die Hand für einen Handschlag aus. Dann war er wieder in dem Raum. Titan dachte nach.
" Ich verstehe..." sagte er kurz. Er misstraute der Vision, doch wenn es stimmte... Er nahm die Hand des Waldelfen und der alte Magier lachte. Dann machte er eine Geste der Dankbarkeit und winkte ihm zum Abschluss zu. Die Visionen waren vorüber und der Zentaur war wieder im Raum. Der Waldelf war verschwunden.
" Macht euch bereit." sagte der Zentaur. Mit einem Quietschen öffnete sich der Spiegel.

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